Pressemitteilung | Deutscher Journalisten-Verband e.V. (DJV)

Kriegsberichterstattung im Pressekodex regeln

(Berlin) - Der Deutsche Journalisten-Verband regt eine
Erweiterung des Pressekodex um das Thema Kriegsberichterstattung an.
Aus Sicht von Deutschlands größter Journalistenorganisation sollte der
Pressekodex des Deutschen Presserats Journalistinnen und Journalisten
dazu verpflichten, auf unzureichende Recherchemöglichkeiten im
Konfliktfall hinzuweisen. "Wenn nur eine von zwei Konfliktparteien die
Quelle von Informationen ist, müssen die Leserinnen und Leser das
erfahren", sagt DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall. "Im Krieg gilt:
Die Wahrheit stirbt zuerst." Gerade bei bewaffneten
Auseinandersetzungen sei das Informationsbedürfnis der Öffentlichkeit
besonders groß. "Dieser Verantwortung müssen wir Journalistinnen und
Journalisten gerecht werden."

Der DJV-Vorsitzende erinnert in dem Zusammenhang an den Irak-Krieg, als
die US-Truppen mit dem damals neuen Instrument des embedded journalism
versucht hätten, die Berichterstattung in ihrem Sinn zu beeinflussen.
Überall: "Ob im russisch-ukrainischen Grenzgebiet oder anderswo auf der
Welt: Wir dürfen uns nicht zu Propagandagehilfen einer Konfliktpartei
machen lassen." Eine klarstellende Ergänzung des Pressekodex sei da ein
wichtiges Hilfsmittel für Journalistinnen und Journalisten.

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Journalisten-Verband e.V. (DJV) Hendrik Zörner, Torstr. 49, 10119 Berlin Telefon: (030) 7262792-0, Fax: (030) 7262792-13

(mw)

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