Krippenausbau nicht in Geiselhaft für Herdprämie nehmen / Bildungsgewerkschaft mahnt Klärung der Finanzen und Rechtsgrundlage an
(Frankfurt am Main) - Die Union darf den geplanten Krippenausbau nicht in Geiselhaft für die Herdprämie nehmen. Wir müssen bei dem Ausbau der Zahl der Krippenplätze die Schlagzahl erhöhen. Wollen wir den Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz bis 2013 verwirklichen, müssen Jahr für Jahr mindestens 70.000 neue Plätze geschaffen werden. Die Kommunen werden aber nur dann mit dem Ausbau beginnen, wenn Finanzierung und rechtliche Grundlagen klar sind. Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) sollte deshalb endlich den Weg freimachen und das Betreuungsgeld aus dem Gesetzentwurf streichen, sagte Ulrich Thöne, Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), am Freitag (8. Februar 2008) in Frankfurt am Main.
Das von den Unionsparteien geforderte Betreuungsgeld ist nach Auffassung der GEW ein bildungspolitischer Irrweg. Damit werden gerade auch Bildungsschwänzer prämiert. Es ist ein falsches Signal, dass Eltern, die ihre Kinder nicht in einer Bildungseinrichtung betreuen lassen, dafür auch noch belohnt werden, sagte Thöne. Gerade den Kindern, die eine möglichst frühe Förderung und Unterstützung brauchen, wird eine wichtige Chance genommen.
Das Betreuungsgeld behindere die Integration von Migrantenkindern und den Einstieg in die `Bildung von Anfang an´ für alle. Diese Entwicklung belege eine kürzlich in Norwegen veröffentlichte Studie. Offenbar ist die Familienministerin wider besseren Wissens auf Druck der CSU umgefallen, unterstrich der GEW-Vorsitzende.
Quelle und Kontaktadresse:
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
Ulf Roedde, Pressesprecher
Reifenberger Str. 21, 60489 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 78973-0, Telefax: (069) 78973-201
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