Kulturrat warnt vor falschem Signal / Reaktionen auf Abschaffung des Kulturressorts in Berlin
(Berlin) - Die Abschaffung des Kultursenats in Berlin und die Übernahme des Ressorts durch den Regierenden Bürgermeister Wowereit ist auf ein unterschiedliches Echo gestoßen.
Der Intendant des Deutschen Theaters, Bernd Wilms, sprach sich für diese Entscheidung aus, wenn Wowereit gemeinsam mit dem Chef der Senatskanzlei, André Schmitz, die Kultur betreuen würde: "Ich als jemand, der das Kulturinteresse des Regierenden Bürgermeisters kennt und der André Schmitz sehr genau aus der Arbeit kennt, halte das für eine gute Lösung." Es komme vor allem auf die Kompetenz der verantwortlichen Person und weniger auf den Titel an.
Die ehemalige Kultursenatorin Adrienne Göhler warnte dagegen, die Kultur werde ihre Stimme verlieren. Ein Staatssekretär habe kein Rederecht im Parlament. Die Kultur werde verschwinden, wie man in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein bereits feststellen müsse.
In Nordrhein-Westfalen sei diese Lösung gescheitert, sagte der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann. Man habe dort bereits personelle Konsequenzen ziehen müssen. Wenn nun die Hauptstadt entscheide, der regierende Bürgermeister werde die Kultur nebenbei betreuen, müsse man bedenken, welche Auswirkungen dies auf das ganze Land haben werde. Denn es handele sich eindeutig um eine Abwertung der Kultur, sagte Zimmermann. Nur weil man Interesse an Kultur habe, heiße dies nicht, dass man auch die notwendige Zeit für Kulturpolitik zur Verfügung habe. Dabei stünden in Berlin große Aufgaben an, wie neue Verhandlungen mit dem Bund über die Hauptstadtkultur.
Göhler bezweifelte, dass die Vielschichtigkeit der Berliner Kultur noch Beachtung finden werde. Sie befürchte, dass die Kultur zum "Schaufenster für Bürgermeisterglanz" werde. Auch warnte sie vor einer "dramatischen Interessenskollision": "Kultur muss auch die Hand beißen, die sie nährt."
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Kulturrat
Olaf Zimmermann, Geschäftsführer
Chausseestr. 103, 10115 Berlin
Telefon: (030) 24728014, Telefax: (030) 24721245
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