Pressemitteilung | Verband Bildung und Erziehung e.V. (VBE)
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Kurzatmige Lehrereinstellungspolitik der Länder

(Berlin) - „Die deutschen Kultusminister setzen bei Lehrereinstellungen auch weiterhin auf den Schweine-Zyklus“, kritisiert Bundesvorsitzender Ludwig Eckinger für den Verband Bildung und Erziehung (VBE) die aktuellen Zahlen zum Lehrerarbeitsmarkt 2006. „Offenbar kuschen die Kultusminister weiter vor den Finanzministern“, sagt Eckinger. „Das wäre ein klarer Verstoß gegen die Föderalismusreform, die die Kulturhoheit der Länder stärken soll.“

Obwohl bis 2015 jeder zweite Lehrer in Deutschland aus Altersgründen aus dem Beruf gehen werde, so Eckinger, gebe es in den Bundesländern noch immer keine langfristig angelegten Personalentwicklungsstrategien. „Dieser kurzatmigen Politik wird die Puste ausgehen. Die Neueinstellungen in den Schuldienst liegen um 25 Prozent höher als die Zahl der Absolventen des Vorbereitungsdienstes. Gleichzeitig ist seit 2005 die Zahl der Lehramtsstudierenden wieder rückläufig“, warnt der VBE-Bundesvorsitzende. „Die Personalpolitik im Bildungsbereich darf von den Ministern nicht mit dem Glücksspiel verwechselt werden.“ Eckinger unterstreicht weiter: „Zunehmend skandalös sind die Einstellungsbedingungen für die jungen Lehrerinnen und Lehrer. Es wird jongliert zwischen Beamten- und Angestelltenstatus; es wird eingestellt ohne gültige Tarifverträge; Sonderzahlungen im öffentlichen Dienst werden gestrichen; mit Teilzeit- und befristeten Verträgen werden jungen Lehrerinnen und Lehrern berufliche und familiäre Planungen durchkreuzt.“

Der VBE-Bundesvorsitzende vermisst von der KMK auch klare Aussagen zur Perspektive des Lehrerberufes. „Die Bologna-Reform ist zu einem großen Risikofaktor für den Lehrernachwuchs geworden“, führt Eckinger an. „Das Umkrempeln der Diplomstudiengänge auf Bachelor- und Masterstudiengänge verschiebt absichtlich die endgültige Entscheidung für den Lehrerberuf. Auch gibt es von der KMK noch keine eindeutige Festlegung darauf, dass für alle Lehrämter ein Master notwendig sein muss.“ Eckinger befürchtet, „durch diese Lehrerbildungsreform wird dem Lehrerberuf nicht zu mehr Attraktivität verholfen“.

Als Manko des aktuellen Zahlenwerks der KMK bezeichnet der VBE-Bundesvorsitzende jegliches Fehlen von Angaben über den Migrationshintergrund der neu eingestellten Lehrerinnen und Lehrer sowie der Lehramtsstudierenden und Absolventen des Vorbereitungsdienstes. „Die KMK verweigert sich der gezielten Gewinnung von jungen Menschen mit Migrationshintergrund für den Lehrerberuf“, kritisiert Ludwig Eckinger. Nach Angaben des VBE haben derzeit etwa ein Prozent der rund 670 000 Lehrerinnen und Lehrer an allgemeinbildenden Schulen einen Migrationshintergrund.

Quelle und Kontaktadresse:
Verband Bildung und Erziehung e.V. (VBE) Pressestelle Behrenstr. 23-24, 10117 Berlin Telefon: (030) 7261966-0, Telefax: (030) 7261966-19

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