Pressemitteilung | Deutscher LandFrauenverband e.V. (dlv)
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LandFrauen kritisieren Vorstoß der CDU zur „Lifestyle-Teilzeit“

(Berlin) - Der Deutsche LandFrauenverband (dlv) kritisiert den Vorstoß der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) der CDU zur Abschaffung des Rechtsanspruches auf Teilzeitarbeit als verkürzend und realitätsfern. Teilzeitarbeit, die in Deutschland überwiegend von Frauen geleistet wird, wird damit als individuelle „Lifestyle-Entscheidung“ abgewertet. Auch wenn der Vorschlag durch die Option der „besonderen Begründung“ versucht, Ausnahmen für Sorgearbeit zu berücksichtigen, wird ausgeblendet, dass die hohe Teilzeitquote bei Frauen vor allem strukturelle Ursachen hat – von steuerlichen Fehlanreizen bis hin zu unzureichender Betreuungsinfrastruktur.
„Wer Teilzeit als Lifestyle-Frage verhandelt, verkennt die Lebensrealitäten jeder zweiten erwerbstätigen Frau in Deutschland“, erklärt dlv-Präsidentin Petra Bentkämper. „Für viele Frauen ist Teilzeitarbeit keine freiwillige Entscheidung, sondern die Folge ungleicher Verteilung von Sorgearbeit, mangelnder Infrastruktur und ökonomischer Rationalität. Dem Fachkräftemangel begegnen wir nicht mit neuen Begriffen, sondern mit Maßnahmen, die die Situation von Frauen ernst nehmen.“

Frauen, die in Teilzeit arbeiten, erzielen nicht nur geringere Einkommen, sondern tragen auch ein höheres Armutsrisiko im Alter. Politische Vorschläge müssen dringend darauf abzielen, strukturelle Ursachen für die Arbeit in Teilzeit zu beseitigen, statt individuelle Arbeitszeitentscheidungen zu diskreditieren. Als zielführende Maßnahmen sieht der dlv die Reform des Ehegattensplittings, die Stärkung des Entgelttransparenzgesetzes zur Beseitigung des Gender-Pay-Gaps sowie die Entlastung pflegender Angehöriger durch ein Gutscheinmodell für haushaltsnahe Dienstleistungen.

Besonders kritisch sieht der dlv die Auswirkungen der Debatte auf das Ehrenamt, das gerade in ländlichen Regionen eine tragende Säule des gesellschaftlichen Zusammenhalts ist. „Ehrenamtliches Engagement braucht verlässliche Rahmenbedingungen und Zeit“, betont die erste Vizepräsidentin des dlv, Ursula Braunewell. „Wer Teilzeit pauschal abwertet, setzt das Ehrenamt weiter unter Druck. Stattdessen braucht es eine Politik, die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Engagement für Frauen ermöglicht.“
Der Deutsche LandFrauenverband fordert die Regierungsparteien auf, sich auf die im Koalitionsvertrag vereinbarten Vorhaben zu besinnen – die Abschaffung des Rechts auf Teilzeit gehört nicht dazu.

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher LandFrauenverband e.V. (dlv), Claire-Waldoff-Str. 7, 10117 Berlin, Telefon: 030 284492910

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