Pressemitteilung | Bund der Deutschen Landjugend e.V. (BDL)
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Landjugend überzeugt mit Sachkenntnis und Leidenschaft / Parlamentarischer Abend des BDL in Berlin

(Berlin) - Sechs Eieruhren, zwölf Bundestagesabgeordnete und 50 Landjugendliche. – So sieht das neue Erfolgsrezept für den Parlamentarischen Abend des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL) aus. Am Dienstagabend ausprobiert, sorgte diese Mischung für eine intensive und hochpolitische Auseinandersetzung in Berlin. Die Landjugend hatte sich dafür sechs Themen ausgesucht, die von B wie Bildung bis W wie Weinmarktreform reichte und in immer neuen Gruppen je 25 Minuten teils heftig diskutiert wurde.

Dazu gehörte natürlich auch die Erbschaftssteuerreform. Die jungen LandwirtInnen im BDL wollen hier eine zukunftsorientierte Regelung, die die Hofübergabe unterstützt, wobei Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit landwirtschaftlicher Betriebe gesichert werden müssen. Dazu zähle auch die Einführung eines Abschmelzmodells und die Verkürzung der Fortführungspflicht auf maximal 10 Jahre. Zudem müssten verpachtete Flächen in die Verschonungsregeln aufgenommen werden. – Und zwar nicht nur die an HofnachfolgerInnen verpachteten Flächen, sondern auch die, die an andere LandwirtInnen verpachtet wurden. Das sei in der Landwirtschaft hierzulande üblich und für die Agrarstruktur wichtig, begründeten sie den ParlamentarierInnen ihre Forderung.

Auch wenn es um Landjugend(t)räume ging – mit Sachkenntnis und Leidenschaft bewiesen die Landjugendlichen, wie fest sie mit beiden Füßen auf dem Boden stehen. Darum erstaunt es wenig, dass sich in einem alle einig waren: Damit das Land eine Zukunft hat, braucht es nicht nur eine funktionstüchtige Infrastruktur, Arbeit und Ausbildung, sondern auch Menschen und Verbände, die sich dafür stark machen. „Wo Schule verloren geht, verliert die Region Zukunft“, spitzte die Abgeordnete Dr. Kirsten Tackmann zu.

Ebenso wichtig seien auch schnelle Internetverbindungen, von denen viele Menschen in ländlichen Räumen heute nur träumen können. Dabei seien sie gerade im ländlichen Raum wichtig, weil sei eine Verbindung herstellen, die räumlich nicht machbar ist. „Hier brauchen wir stärkere Impulse von der Politik“, forderte die BDL-Bundesvorsitzende Anne Hartmann: „Menschen wie wir, die auf dem Land leben wollen, sind keine BürgerInnen zweiter Klasse.“

Seit Jahren macht sich der BDL für den Ausstieg aus der Milchquote stark, weil dieser die unternehmerische Freiheit erhöht. Eine Quotenerhöhung, wie zum 1. April geplant, sei mit den jungen LandwirtInnen im BDL allerdings nicht machbar. Statt der Erhöhung schlugen sie in der zeitlich begrenzten Debatte eine EU-weite Handelbarkeit der Quote, eine EU-weite Saldierung und eine Reduzierung der Superabgabe vor.

Wichtig war der Landjugend auch, über ihr Grundsatzpapier „Präventionsarbeit für Kinder und Jugendliche“ zu diskutieren. Dabei wurden die Differenzen zwischen den verschiedenen Parteien – alle vier Bundestagsfraktionen waren vertreten – besonders deutlich. Von „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr“ über Ganztagsschule und Chancengerechtigkeit bis zur Verschärfung des Jugendstrafrechts reichten die Debatten. Immer wieder wiesen die jungen Menschen auch darauf hin, dass sie sich in der Verantwortung sähen und Landjugendarbeit im Großen wie im Kleinen durchaus Präventionsarbeit sei. Das sah MdB Ingrid Fischbach ähnlich. Sie bezeichnete die Abkehr von der Projektförderung mit dem Ziel, die Verbände zu stärken und in bestehende Angebote zu investieren, als richtig.

Natürlich durfte auch der Health Check nicht fehlen, der die Gemüter der jungen LandwirtInnen und MdBs gleichermaßen berührt. Erstaunlich einig waren sie sich darüber, dass die Zwischenbilanz der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU keine neue Reform werden darf. Doch der Ton verschärfte sich, als die Sprache auf die von der EU-Kommission geplante Erhöhung der Modulation kam, gegen die sich der BDL eindeutig aussprach. Diese Regelung würde vor allem auch die ostdeutschen Betriebe hart treffen, die wichtige Arbeitgeber in den ländlichen Räumen sind.

Trotz aller Meinungsunterschiede waren ParlamentarierInnen und Landjugend nach den drei Diskussionsrunden, die jeweils durch das Klingeln von sechs Eieruhren beendet wurden, begeistert. „Art und Weise machen die inhaltliche Auseinandersetzung ungeheuer effektiv“, lobte Ulrike Höfken, Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Der nächste Parlamentarische Abend des BDL findet im Jahr 2009 statt.

Quelle und Kontaktadresse:
Bund der Deutschen Landjugend im Deutschen Bauernverband e.V. (BDL), Haus der Land- und Ernährungswirtschaft Pressestelle Claire-Waldoff-Str. 7, 10117 Berlin Telefon: (030) 31904-253, Telefax: (030) 31904-206

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