Pressemitteilung | Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB)

Langzeitarbeitslose nicht links liegen lassen

(Berlin) - Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) unterstützt die Bemühungen der ganzheitlichen Betreuung und Beratung von Arbeitslosen durch ein in die Arbeitsämter integriertes Job-Center. Bevor diese Einrichtungen funktionieren, dürfen die Hilfen für den Personenkreis der Langzeitarbeitslosen aber nicht eingeschränkt werden.

Aktuell laufende Modellprojekte zeigen, dass sich Zusammenarbeit von Bundesanstalt für Arbeit (BA) und Kommunen bewährt hat und finanziell auszahlt. In den Projekten konnte der Nachweis erbracht werden, dass auch arbeitsmarktferne Zielgruppen, die vorher vernachlässigt wurden, in den regulären Arbeitsmarkt integriert werden können.

Der DGB appelliert deshalb eindringlich an Kommunen und Arbeitsämter, Langzeitarbeitslose und Sozialhilfeempfänger nicht links liegen zu lassen. Positive Ansätze einer besseren Kooperation zwischen beiden Institutionen drohen zurückgedrängt zu werden, wenn sowohl die Kapazitäten der Arbeitsförderung der Arbeitsämter als auch der kommunalen Integrationsförderung zurückgefahren werden.

Dem DGB liegen Hinweise vor, dass die Kommunen in Erwartung zu-künftiger Regelungen, zum Teil schon jetzt Personal abziehen und Maßnahmen reduzieren. Dies geschieht vor allem vor dem Hindergrund der schwierigen Finanzlage in den Kommunen und dem zum 1.Januar 2004 geplanten Aufbau der Job Center. Wenn sich die Arbeitsämter jetzt auf Kurzzeitarbeitslose konzentrieren und gleichzeitig die Kommunen ihre bisherigen Bemühungen für Langzeitarbeitslose und Sozialhilfeempfänger einschränken, gerät diese Zielgruppe von zwei Seiten in die Zange.

Sowohl das Verhalten der Bundesanstalt für Arbeit als auch der Kommunen darf den Aufbau des neuen Systems nicht erschweren und zu einer weiteren Verfestigung von Langzeitarbeitslosigkeit führen. Der DGB fordert beide Seiten auf, zu einer kooperativen Zusammenarbeit zurückzukehren. Andernfalls drohen die gesellschaftlichen Kosten der Langzeitarbeitslosigkeit trotz kurzfristiger Einspareffekte weiter anzusteigen.

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) Henriette-Herz-Platz 2 10178 Berlin Telefon: 030/24060-0 Telefax: 030/24060-324

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