Pressemitteilung | ifo Institut - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V.
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Leasingbranche: Klima trotz Eintrübung auf komfortablem Niveau / Robustes Wachstum bei den Ausrüstungsinvestitionen

(München) - Nach dem Stimmungshoch in der deutschen Leasingwirtschaft zur Jahresmitte 2007 hat sich das ifo Geschäftsklima in der deutschen Leasingbranche im August eingetrübt, liegt aber noch über dem Vorjahresniveau.

Überraschend deutlich haben die Urteile zur gegenwärtigen Geschäftslage nachgegeben, aber auch die Geschäftserwartungen waren weniger optimistisch als in den Monaten zuvor. Dennoch liegen beide Komponenten über dem langjährigen Durchschnitt, die robuste konjunkturelle Entwicklung in der Leasingbranche dürfte sich damit auch über den Jahreswechsel 2007/2008 fortsetzen.

Der in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL) berechnete Investitionsindikator lässt auch für die zweite Jahreshälfte des Jahres 2007 keinerlei Ermüdungserscheinungen beim Wachstum der Ausrüstungsinvestitionen und sonstiger Anlagen erkennen. Gegen Jahresende ist sogar mit einem zusätzlichen Schub zu rechnen. Im Jahresdurchschnitt dürfte der Zuwachs nominal bei über 7,5 Prozent liegen. Maßgeblich für die gute Investitionskonjunktur sind die positiven Absatz- und Gewinnerwartungen, die günstigen internen und externen Finanzierungsmöglichkeiten sowie die hohe Kapazitätsauslastung. Die weiterhin kräftige Exportnachfrage sowie der aufgestaute Modernisierungsbedarf der vergangenen Jahre dürften sich ebenfalls positiv bemerkbar machen. Für die ersten drei Quartale 2008 zeigt der Investitionsindikator weiterhin eine gute Investitionsdynamik, allerdings wird sich das Wachstumstempo etwas verlangsamen.

ifo Schnelldienst: Investitionen ausländischer Staatsfonds: Pro und Kontra

Seit einigen Wochen wird in Deutschland nicht nur in den politischen Parteien, sondern auch in Wirtschaft und Wissenschaft über das Engagement staatlicher Investoren bei in Deutschland beheimateten Unternehmen diskutiert. Insbesondere bei ausländischen Staatsfonds wird die Forderung nach staatlichen Kontrollmechanismen laut. In der neuen Ausgabe des ifo Schnelldienstes äußeren sich einige Experten zum aktuellen Stand der Diskussion.

Der Ministerpräsident des Landes Hessen, Roland Koch, warnt vor möglichen staatlich gelenkten Investoren bzw. staatlich aufgelegten Fonds, die vermehrt strategisch agieren, um die Interessen ihrer Länder in für sie interessanten Märkten durchzusetzen. Seiner Meinung nach sollte Vorsorge getroffen werden, damit es nicht zu politisch motivierten Marktbeeinflussungen oder zu einer beginnenden ökonomischen Abhängigkeit von den Entscheidungen fremder Regierungen komme. Dabei wäre ein gemeinsames europäisches Vorgehen, idealerweise zusammen mit den USA, wünschenswert. Allerdings sei zu befürchten, dass der erforderliche Koordinierungsaufwand und die schon in Europa sichtbaren unterschiedlichen Interessenlagen zeitnahe Lösungen verhindern werden. Deshalb sei es im nationalen Interesse, bereits jetzt eine intensive Prüfung der Situation vorzunehmen und zunächst eigenständig zu handeln. Denkbar sei eine Anmeldepflicht größerer Transaktionen, deren Genehmigung nach klaren gesetzlichen Vorgaben zu entscheiden sei. Abwehrmaßnahmen sollten aber die Ausnahme bleiben.

Der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Fraktion, Rainer Brüderle, dagegen sieht bei einer Genehmigungspflicht bereits den "Abschied vom freien Handel" und betont, dass gerade die Deutschen von offenen Märkten und ausländischem Kapital, das in deutsche Unternehmen investiert werde, profitieren. Auch seien nach geltendem EU-Recht die Mitgliedstaaten der Europäischen Union dem freien Kapitalverkehr mit anderen Mitgliedstaaten und mit Drittstaaten verpflichtet. Die Kapitalverkehrsfreiheit könne nur in engen Ausnahmefällen beschränkt werden, beispielsweise bei Investitionen in die Rüstungsindustrie. Meldepflichten seien vom EU-Vertrag ebenfalls ausdrücklich untersagt. Nach Ansicht des stellvertretenden FDP-Fraktionsvorsitzenden ist es auf Wettbewerbsmärkten kein Problem, wenn ein Unternehmen ausländische Staaten als Eigentümer hat. Denn um in der Konkurrenz bestehen zu können, müssten sich alle ökonomisch verhalten.

Statt den Freihandel in Frage zu stellen, müsste Deutschland darauf dringen, dass die Welthandelsorganisation neben dem Freihandel auch den Wettbewerb schützt.

Weitere Teilnehmer der Rubrik ´Zur Diskussion gestellt: Abwehr ausländischer Staatsfonds´ sind Gunter Schall, Justus Haucap, Anton F. Börner und Claus Matecki.

ifo Institut: Kreditklima bleibt freundlich

Nach der neuesten Umfrage des ifo Instituts hat sich die Lage auf dem Kreditmarkt für die Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes, des Baugewerbes und dem Handel weiter leicht gebessert.

Insgesamt melden die Firmen verbesserte Chancen, Kredite zu erhalten, was auch auf die in der Vergangenheit gelockerten Kreditrichtlinien zurückzuführen ist. Dabei sind die Voraussetzungen für westdeutsche Unternehmen generell besser als für ihre ostdeutschen Wettbewerber, deren Beurteilung in allen drei beobachteten Sektoren, dem verarbeitenden Gewerbe, dem Baugewerbe und dem Handelssektor, schlechter ist.

Bei der Betrachtung nach Größenklassen im verarbeitenden Gewerbe lässt sich allerdings ein moderater Rückgang des Kreditklimas bei den Großunternehmen beobachten, während kleinere und mittlere Unternehmen eine bessere Situation als zuvor attestieren.

Anmerkung: Die Turbulenzen auf den Finanzmärkten wurden in der Umfrage nicht berücksichtigt, da diese vor dem Eintreten / Bekanntwerden der Turbulenzen abgeschlossen war.

Das ifo Kreditklima ist auf der ifo-Website zu finden: http://www.ifo.de/link/18INDEXKREDKL.

ifo Investitionstest: Investitionstätigkeit bleibt rege

Nach den Ergebnissen der aktuellen ifo Investitionserhebung planen die Industrieunternehmen in Westdeutschland 2007 ihre Investitionen gegenüber dem Vorjahr um 9 Prozent zu erhöhen. Für das Vorjahr ergaben die Meldungen der Firmen einen Anstieg von 7 Prozent.

Damit steigerten 2006 die Unternehmen des westdeutschen verarbeitenden Gewerbes ihre Ausgaben für neue Bauten und Ausrüstungsgüter - erstmals seit 1999 - wieder kräftig. Allerdings muss man diesen Investitionsanstieg vor dem Hintergrund der eher schwachen Investitionstätigkeit der letzten Jahre sehen. Die für das laufende Jahr zu erwartenden Investitionen liegen real noch unter dem Niveau von 2001.

Während im vergangenen Jahr in erster Linie die kleineren Unternehmen kräftig investiert haben, sind für 2007 in allen Größenklassen und in fast allen Branchen deutliche Investitionssteigerungen geplant. "2007 dominiert das Erweiterungsmotiv in allen Hauptgruppen", kommentiert Annette Weichselberger, ifo-Umfrageexpertin, die Ergebnisse, und ergänzt: "In diesem Jahr stehen bei 62 Prozent der Unternehmen Erweiterungsmaßnahmen im Vordergrund, für 2006 lag der entsprechende Wert bei 56 Prozent. Dieses Ergebnis bedeutet jedoch nicht, dass drei Fünftel der Investitionsausgaben in Erweiterungen fließen. Vielmehr sehen die meisten Unternehmen in der Erweiterung den Schwerpunkt ihrer Investitionstätigkeit. Die Firmen beabsichtigen aber weniger eine Kapazitätserweiterung, sondern vor allem eine Änderung bzw. Ausweitung der Produktionsprogramme." Ersatzbeschaffungen sind 2007 für gut ein Viertel der Unternehmen das vorrangige Investitionsmotiv. Das Rationalisierungsmotiv hat im Laufe der vergangenen Jahre an Bedeutung verloren. Nur noch jedes achte Unternehmen investiert in diesem Jahr in erster Linie in Rationalisierungsmaßnahmen.

An der schwerpunktmäßig von März bis Mai 2007 durchgeführten Investitionsbefragung beteiligten sich knapp 1800 Industrieunternehmen, die, gemessen an den Bruttoanlageinvestitionen, das westdeutsche verarbeitende Gewerbe zu 50 Prozent repräsentieren.

Der ifo Investitionstest ist auf der ifo-Website zu finden: http://www.ifo.de/link/60InvTest.

Quelle und Kontaktadresse:
ifo Institut für Wirtschaftsforschung e.V. Pressestelle Poschingerstr. 5, 81679 München Telefon: (089) 92240, Telefax: (089) 985369

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