"Lehre endlich in den Mittelpunkt stellen" / Bildungsgewerkschaft zur abermaligen Vertagung der Wissenschaftsrats-Empfehlungen
(Frankfurt am Main) - Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat kritisiert, dass der Wissenschaftsrat (WR) erneut die Verabschiedung der seit Langem geplanten "Empfehlungen zur Qualität von Lehre und Studium" verschoben hat. "Die Lehre muss endlich in den Mittelpunkt der Hochschulen", forderte das für Hochschulen verantwortliche Vorstandsmitglied der GEW, Andreas Keller, heute (9. Mai 2008) in Frankfurt am Main. "Die Hochschulpolitik ist einseitig auf Exzellenz in der Forschung ausgerichtet. Der WR hätte die Chance gehabt, eine andere Prioritätensetzung anzumahnen."
Keller befürchtet, dass Bund und Länder das anhaltende Schweigen ihres wichtigsten Beratungsgremiums zum Vorwand nehmen könnten, die Hände weiter in den Schoß zu legen. "Dabei müssen Bund und Länder endlich handeln: Sie sollen die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass die Hochschulen bessere Lehre für alle Studierenden anbieten. Wir brauchen einen `Hochschulpakt II´, der garantiert, dass alle Studienberechtigten tatsächlich einen Studienplatz und bessere Studienbedingungen bekommen", unterstrich Keller.
Er betonte den Zusammenhang zwischen der Qualität der Lehre und den Arbeitsbedingungen des wissenschaftlichen Personals an Hochschulen. "Gute Lehre und gute Arbeit sind zwei Seiten einer Medaille. Der höhere Bedarf an Lehre darf nicht durch den Einsatz von Billiglehrkräften mit prekären Beschäftigungsbedingungen aufgefangen werden - gute Lehre ist ein Job für Profis," erklärte der GEW-Sprecher. Gute Forscher seien nicht automatisch gute Lehrer. "Jede Hochschule muss für alle Lehrenden - vom Doktoranden bis zur Professorin - qualifizierte Fort- und Weiterbildungsangebote zur Verbesserung der Lehrkompetenz anbieten", forderte Keller.
Info: In seiner Frühjahrssitzung in Rostock hat der WR zum dritten Mal die Verabschiedung seiner seit langem angekündigten "Empfehlungen zur Qualität von Lehre und Studium" verschoben. Der WR berät die Bundesregierung und die Regierungen der Länder. Seiner "Wissenschaftlichen Kommission" gehören 24 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie acht Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens an. In der Verwaltungskommission sind Bund und Länder vertreten.
Quelle und Kontaktadresse:
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
Ulf Roedde, Pressesprecher
Reifenberger Str. 21, 60489 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 78973-0, Telefax: (069) 78973-201
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