Pressemitteilung | Verband Bildung und Erziehung e.V. (VBE)
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Lehrer-TÜV darf kein Bürokratie-Monster werden

(Berlin) - „Bessere Schulen lassen sich nicht durch mehr Bürokratie erzwingen“, betont der Bundesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) Ludwig Eckinger und warnt: „Unter dem Deckmantel der Pädagogik wuchert in den Ländern ein Dickicht der Bürokratie.“ Nach wie vor würden Lehrerinnen und Lehrer zwar verantwortlich gemacht, aber sie dürften für ihre Arbeit nicht selbst verantwortlich sein. Eckinger sagt: „Seit langem wird in den Kultusetagen von eigenverantwortlichen Schulen geschwätzt, aber die Realität sieht anders aus. Der Gestaltung des pädagogischen Schulprofils und einer Verbesserung des Unterrichts werden allzu oft Grenzen durch ungenügende Rahmenbedingungen für die Schulen gesetzt.“ Das Thema steht auch auf der Tagesordnung der Bundesvertreterversammlung des VBE, die vom 24. bis 26. November in Würzburg stattfindet.

Der VBE-Bundesvorsitzende erinnert an die Handlungsfelder der Kultusministerkonferenz (KMK) seit PISA 2000. „Von der angekündigten Unterstützung der Lehrerinnen und Lehrer, der Entwicklung von Diagnoseinstrumenten zur Verbesserung der individuellen Förderung von Schülerinnen und Schülern ist nicht mehr die Rede. Stattdessen schießen Qualitätsagenturen in den Ländern wie Pilze aus dem Boden, um die Schulen zu vermessen“, so Ludwig Eckinger. „Nichts gegen einen ‚Lehrer-TÜV’, aber dazu gehören Schulen als eigenverantwortliche lernende Organisationen. Externe und interne Evaluation müssen sich ergänzen und der Einzelschule die jeweiligen Stärken und Schwächen aufzeigen.“ Der VBE erwarte, dass die neuen Qualitätsagenturen sich zu einer neuen Führungskultur bekennen.

„Zur neuen Führungskultur eigenverantwortlicher Schulen gehört es auch, dass Lehrerbeurteilungen durch die Schulleiter vorgenommen werden“, bekräftigt Ludwig Eckinger. „Es muss klar sein, dass die Zeiten behördlicher Visitation von Lehrerinnen und Lehrern endgültig vorbei sind. Es geht jetzt um Beurteilung und Beratung der einzelnen Kolleginnen und Kollegen. Für diese Aufgabe von existenzieller Bedeutung für die Kollegien müssen die Schulleiter vorbereitet werden und vor allem auch Arbeitszeit zugesprochen bekommen.“ Als „problematisch“ sieht es der VBE-Bundesvorsitzende an, wenn die Lehrerbeurteilungen alten Stils lediglich von der Schulaufsicht auf die Schulleiter verlagert werden. Ludwig Eckinger stellt klar: „Das neue Führungsinstrument zur Schulentwicklung darf nicht durch die übergeordnete Behörde ausgehöhlt werden. Es ist ein Unding, vom Schulleiter zu verlangen, sein Kollegium in gute, mittelmäßige und schlechte Lehrkräfte aufzuteilen, nur um dem begrenzten Finanzvolumen für eine leistungsgerechte Bezahlung zu entsprechen. Ein solches Sortieren nach der Gaußschen Normalverteilung verbietet sich. Kriterium muss die Wirkung des Unterrichts und das Engagement jedes einzelnen sein“, so VBE-Bundesvorsitzendender Eckinger. Andernfalls bleibe Leistung hundertprozentig auf der Strecke. Jeder Schulleiter habe doch ein größtmögliches Interesse an guten Lehrerinnen und Lehrern in seinem Kollegium. ­

Quelle und Kontaktadresse:
Verband Bildung und Erziehung e.V. (VBE) Mira Futász, Pressereferentin Behrenstr. 23-24, 10117 Berlin Telefon: (030) 7261966-0, Telefax: (030) 7261966-19

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