Lehrer wollen keine Verlängerung der gemeinsamen Schulzeit
(Bonn) - Der Deutsche Lehrerverband (DL) hat der von der GEW und vom Dortmunder Institut für Schulentwicklungsforschung (IFS) verbreiteten Lehrerumfrage vehement widersprochen.
Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes Josef Kraus nahm dazu wie folgt Stellung:
Die Ergebnisse dieser Studie sind sehr in Zweifel zu ziehen. Die 1.034 befragten Lehrer können keine repräsentative Stichprobe sein, denn mit einer so kleinen Stichprobe kann man die nach 16 Bundesländern und jeweils mindestens fünf verschiedenen Schulformen differenzierte Lehrerschaft nicht abbilden. Für die 160.000 Lehrer, die im Deutschen Lehrerverband und in seinen vier Mitgliedsverbänden organisiert sind, gilt: Keine zehn Prozent dieser Lehrer wollen eine über eine vierjährige Grundschule hinausgehende gemeinsame Schulzeit aller Schüler.
Die von der GEW verbreiteten Daten und Interpretationen zeigen einmal mehr, wie blind die GEW schulpolitisch auf dem linken Auge ist. Sonst müsste sie wissen, dass alle maßgeblichen innerdeutschen Schulstudien einer verlängerten gemeinsamen Schulzeit ein vernichtendes Urteil ausstellen. Im übrigen haben die Wähler einer einheitlichen Beschulung in den letzten Jahren wiederholt eine Absage erteilt. Der jeweilifge Wechsel vor allem der Landesregierungen in Hessen, Niedersachsen, Hamburg und Nordrhein-Westfalen hat ein Schulsystem bestätigt, das ab der 5. Klasse nach verschiedenen weiterführenden Schulformen differenziert ist. Insofern ist der Versuch der GEW, mittels Auftragsbefragung den Ladenhüter Gesamtschule herbeirechnen zu wollen, nichts anderes als Ausdruck von Hilflosigkeit.
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Lehrerverband (DL)
Waltraud Fuchs, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Burbacher Str. 8, 53129 Bonn
Telefon: (0228) 211212, Telefax: (0228) 211224
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