Lehrerbildung: Werbung statt Warteschleifen / Klares Nein zur Zulassungsbeschränkung zum Referendariat - Forum Bildungspolitik fordert zügige Ausbildung aller Lehrerinnen und Lehrer
(München) - Die von der Bayerischen Staatsregierung beabsichtigte Verzögerung der Ausbildung junger Lehrerinnen und Lehrer durch eine Zulassungsbeschränkung zum Referendariat hält das Forum Bildungspolitik in Bayern für fatal und falsch. Nach Meinung des Vorsitzenden Klaus Wenzel würde der Landtag damit seine positive Planstellenpolitik konterkarieren: "Es ist lobenswert, dass über 1.000 zusätzliche Lehrerplanstellen im Herbst 2015 zur Integration von Flüchtlingen an Schulen bereitgestellt wurden." Die Besetzung dieser Stellen ist aber aufgrund fehlender Lehrerinnen und Lehrer teilweise schwierig. Nun will die Staatsregierung den sofortigen Zugang von Lehramtsstudierenden zum Referendariat in Frage stellen. Der vorhandene Lehrermangel würde durch eine Zulassungsbeschränkung unnötig verschärft.
"Das Forum Bildungspolitik lehnt jede erzwungene Warteschleife ab. Wenn Integration, Inklusion und die individuelle Förderung der Schüler gelingen sollen, brauchen wir alle engagierten und kompetenten jungen Lehrerinnen und Lehrer. Und zwar so schnell wie möglich", so
Wenzel.
Der Bildungsausschuss des Bayerischen Landtags wird sich an diesem Donnerstag (10. März) mit der geplanten Zulassungsbeschränkung zum Referendariat beschäftigen. Sollte der Gesetzentwurf zur Änderung des Lehrerbildungsgesetzes mehrheitlich beschlossen werden, droht
angehenden Lehrerinnen und Lehrern nach ihrem Studium (1. Staatsexamen) eine bis zu dreijährige Zwangspause. Erst dann könnten sie ihre Ausbildung im Referendariat fortsetzen und mit dem 2. Staatsexamen beenden.
Der Vorsitzende des Forum Bildungspolitik in Bayern kommentiert die geplante Änderung so: "Dies ist ein Schildbürgerstreich. Wenn wir die enormen schulischen Herausforderungen schaffen wollen, brauchen wir mittelfristig etwa 20.000 zusätzliche Lehrer im bayerischen Schulsystem. Der Landtag müsste also werbende Signale aussenden, anstatt potentielle Studierende für ein Lehramt mit einer erzwungenen Warteschleife abzuschrecken", so Wenzel.
Wenzel fordert die Abgeordneten im Bildungsausschuss auf, den Gesetzentwurf der CSU-Staatsregierung abzulehnen.
- Gesetzentwurf der Staatsregierung zur Änderung des Bayerischen Lehrerbildungsgesetzes, Drs. 17/9699
https://www.bayern.landtag.de/webangebot2/Vorgangsmappe?wp=17&typ=V&drsnr=9699&intranet=#pagemode=bookmarks
- Stellungnahme des Forum Bildungspolitik zu diesem,
http://forum-bildungspolitik.de/download/ein_zugang_ref_20151006.pdf
Quelle und Kontaktadresse:
Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband e.V. im VBE (BLLV)
Pressestelle
Bavariaring 37, 80336 München
Telefon: (089) 72100129, Fax: (089) 72100155
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