Lehrerschaft braucht Ermutigung / BLLV-Präsident Klaus Wenzel fordert zum Weltlehrertag am 5. Oktober bestmögliche Aus- und Fortbildung / Anreize schaffen
(München) - Eine gute Schule braucht professionelle und anerkannte Lehrerinnen und Lehrer. Weil der Berufsgruppe eine gesellschaftliche Schlüsselfunktion zukommt, darf sie nicht weiter geschwächt werden.
Dennoch sind Lehrerinnen und Lehrer oftmals pauschaler und herabwürdigender Kritik ausgesetzt. Das Versagen Einzelner wird zum Skandal erhoben und auf die ganze Berufsgruppe übertragen. Dadurch fühlt sich die Lehrerschaft nicht nur entmutigt, sondern auch in ihrer pädagogischen Arbeit unterminiert, stellte der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Klaus Wenzel, anlässlich des Weltlehrertages am Freitag fest. Er forderte bestmögliche Aus- und Fortbildung, gute Arbeitsbedingungen, dienstliche Anerkennung sowie Unterstützung und Respekt in der Gesellschaft. Lehrerinnen und Lehrer müssen so unterstützt werden, dass sie ihren Bildungs- und Erziehungsauftrag erfüllen können - leider ist dies nicht der Fall.
Der Schulalltag ist hart geworden. Lehrer verwalten nicht nur den Mangel, sie versuchen ständig, politisch hochgesteckte Ziele und Reformen durchzusetzen - und müssen scheitern, weil das dazu erforderliche Personal nicht vorhanden ist. Sie reiben sich auf zwischen Anspruch und Wirklichkeit, zwischen pädagogischen Idealen und der Alltagsrealität, dem Dilemma zwischen Förderung und Auslese und der Verkürzung des Bildungsverständnisses auf die Vergabe von Zeugnissen und Noten.
Lehrerinnen und Lehrer werden zwar immer wieder als lässige Halbtagsjobber abgewertet, dennoch ist es schwierig Nachwuchs zu gewinnen. Dass sich viele junge Menschen gegen den Beruf entscheiden, hat Gründe: Die Arbeitsbedingungen sind schlecht und das Ansehen ist relativ niedrig. Für Grund- und Hauptschullehrer fällt die Bezahlung vergleichsweise gering aus, hinzukommt, dass sie keinerlei Aufstiegsmöglichkeiten haben. Das muss sich schnell ändern, forderte Wenzel. Nur wenn der Beruf deutlich an Attraktivität gewinnt, kann Nachwuchs gesichert werden. Erneut plädierte er für eine gleiche Besoldung aller Lehrämter. Hier steht der Staat in der Pflicht, betonte er. Lehrerinnen und Lehrer können ihrer besonderen Verantwortung nur gerecht werden, wenn die Qualität der Lehreraus- und -fortbildung auf hohem Niveau garantiert und bestmögliche Arbeitsbedingungen geschaffen werden. Der BLLV erwartet, dass der Dienstherr die Belastungsgrenze respektiert und dass er endlich den Anspruch aller Lehrergruppen auf besoldungsrechtliche Gleichbehandlung einlöst. Die Ausgrenzung bestimmter Gruppen von einer Regelbeförderung bedeutet eine systematische Abwertung der pädagogischen Leistung.
Der Lehrerberuf kann nicht hoch genug geschätzt werden: Lehrerinnen und Lehrer sind es, die den Bildungs- und Erziehungsauftrag professionell wahrzunehmen haben, Sie sind es, die jedem Kind durch Bildung und Erziehung die Chance auf eine persönlich erfüllte und beruflich erfolgreiche Lebensgestaltung eröffnen. Sie befähigen junge Menschen, am gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben teilzunehmen und teilzuhaben. Sie legen das Fundament in den Schulen für soziale Stabilität und wirtschaftliche Prosperität, für demokratisches Handeln und globales Verantwortungsbewusstsein. Sie leiten Schülerinnen und Schüler an zu systematischem Lernen und fördern ihren Bildungsprozess.
Sie prägen sie in der Entwicklung ihrer Persönlichkeit und in ihrem Selbstwertgefühl. Sie leiten sie an, mit anderen zusammen zu arbeiten und zu leben, Konflikte zu lösen und andere zu respektieren. Sie vermitteln den Heranwachsenden grundlegende Werte. Sie prägen deren Urteilsfähigkeit und ihr Welt- und Menschenbild. Die Aufgabe von Lehrerinnen und Lehrern ist also unstrittig von allergrößter Bedeutung für jedes einzelne Kind und für die Gesellschaft insgesamt.
Der Weltlehrertag, der stets am 5. Oktober begangen wird, geht zurück auf einen Beschluss von UNESCO, Internationaler Arbeitsorganisation (ILO) und der Education International (EI). Der Weltlehrertag 2007 steht unter dem Motto: Bessere Arbeitsbedingungen für Lehrer - bessere Lernbedingungen für Schüler.
Quelle und Kontaktadresse:
Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband e.V. im VBE (BLLV)
Andrea Schwarz, Pressereferentin
Bavariaring 37, 80336 München
Telefon: (089) 72100129, Telefax: (089) 72100155
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