Lohnentwicklung und Konjunktur / IMK: Gesamtwirtschaftliche Lohnsteigerung bleibt unter Produktivitätswachstum
(Düsseldorf) - Die Bruttolöhne in Deutschland werden 2006 um durchschnittlich 1,7 Prozent steigen. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung.
"Alle verfügbaren Daten lassen erwarten, dass die Entwicklung der Löhne gesamtwirtschaftlich damit auch in diesem Jahr deutlich geringer ausfallen dürfte als das Produktivitätswachstum", sagt PD Dr. Gustav A. Horn, wissenschaftlicher Direktor des IMK. Zwar liege der jüngste Abschluss in der stark florierenden Stahlindustrie auf einem höheren Niveau als die gesamtwirtschaftlichen Werte. "Doch was zählt, ist der Blick über alle Branchen hinweg. Und da wird deutlich: Von manchen Ökonomen und Verbandsvertretern geäußerte Spekulationen, wonach die Konjunktur in nächster Zeit durch hohe Lohnsteigerungen beeinträchtigt werden könnte, haben keine empirische Grundlage."
Daran ändere auch die beschlossene Mehrwertsteuererhöhung im kommenden Jahr nichts, betont der Konjunkturexperte. So genannte Zweitrundeneffekte seien bislang nicht abzusehen: "Die Mehrwertsteuererhöhung ist natürlich ein Problem", so Horn. "Aber das hat nichts mit der Lohnpolitik zu tun, sondern damit, dass den Verbrauchern Kaufkraft entzogen wird."
Quelle und Kontaktadresse:
Hans-Böckler-Stiftung
Rainer Jung, Leiter, Pressestelle
Hans-Böckler-Str. 39, 40476 Düsseldorf
Telefon: (0211) 77780, Telefax: (0211) 7778120
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