Pressemitteilung | (BDF) Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften e.V.

Luftverkehrsabgabe ist familien- und wirtschaftsfeindlich

(Berlin) - BDF-Geschäftsführer Michael Engel hat in einem Interview mit Deutsche Welle TV noch einmal deutlich gemacht, dass die von der Bundesregierung geplante Luftverkehrsabgabe unweigerlich zu einer Verteuerung von Flugreisen führen wird. "Eine Milliarde Euro ist kein Pappenstiel und jeder der glaubt, die Branche könne dies mal eben so in ihrer Kostenkalkulation verarbeiten, scheint nicht zu wissen, in welch hartem Wettbewerb deutsche Fluggesellschaften und Flughäfen international stehen. Eine Milliarde Euro ist mehr als die gesamte Branche im letzten Jahr in Deutschland verdient hat und wenn ich als Airline nur 3 Euro an einem Ticket verdienen kann, dann ist da kein Platz mehr für 15 Euro Luftverkehrsabgabe."

Der BDF-Geschäftsführer bezeichnete die Luftverkehrsabgabe als "familien- und wirtschaftsfeindlich". Jahrelange Kostensenkungen der Airlines, die es möglich gemacht haben, dass das Fliegen immer breiteren Bevölkerungsschichten möglich wird, würden auf einen Schlag zunichte gemacht. Der Verband befürchtet 5 Millionen weniger Passagiere durch massive Abwanderungen von Passagieren und Verkehren ins abgabenfreie Ausland. "Die Holländer haben vor zwei Jahren ihr blaues Wunder mit einer Luftverkehrsabgabe erlebt. Immerhin haben Sie schnell ihre Lehren gezogen und die Abgabe nach nur einem Jahr wieder eingestampft."

Die niederländische Regierung hatte zum 1. Juli 2008 eine Luftverkehrsabgabe im Umfang von 300 Millionen Euro eingeführt und am 1. Juli 2009 wieder abgeschafft, nachdem sich gezeigt hatte, dass die Einnahmeausfälle bei holländischen Unternehmen mehr als viermal so hoch waren, wie die erhofften Fiskaleinnahmen. Passagiere hatten den holländischen Flughäfen den Rücken gekehrt und hatten ihre Flugreisen von Belgien und Nordrhein-Westfalen aus angetreten. "Dieser Effekt funktioniert auch umgekehrt ex Deutschland. Überall um Deutschland herum gibt es grenznahe Flughäfen, die dann einen echten Preisvorteil haben: Maastricht, Luxembourg oder Salzburg sind nur einige Beispiele", so Engel.

Quelle und Kontaktadresse:
BDF Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften e.V. Carola Scheffler, Pressesprecherin Georgenstr. 25, 10117 Berlin Telefon: (030) 70011850, Telefax: (030) 700118520

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