Pressemitteilung | Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA)
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Maschinen- und Anlagenbau in Brasilien: "Globaler Player mit enormem Marktpotenzial"

(Frankfurt am Main) - Brasilien und Deutschland verbindet eine lange Tradition guter wirtschaftlicher Beziehungen. Das gilt auch für den Maschinen- und Anlagenbau, der seit Jahrzehnten eine feste Verankerung im wichtigsten Absatzmarkt Südamerikas und diesjährigem Partnerland der Hannover Messe hat. 2025 erreichten die Maschinenexporte aus Deutschland in das größte südamerikanische Land 2,73 Milliarden Euro, ein Plus von 1,1 Prozent. Damit lag das Land auf Platz 19 der Exportrangliste. „Auf dem süd- und mittelamerikanischen Kontinent ist nur Mexiko ein etwas größerer Absatzmarkt für unsere Mitgliedsfirmen. Besonders gefragt in Brasilien sind deutsche Maschinen der Antriebstechnik, Nahrungsmittel- und Verpackungs-maschinen, Fördertechnik sowie Fluidtechnik“, sagt Yvonne Heidler, Brasilien-Expertin der VDMA Außenwirtschaft. „Aufgrund der Vielfalt an Industrien, in der Wissenschaft, bei Rohstoffen und in der landwirtschaftlichen Produktivität ist Brasilien ein zunehmend globaler Player, der auch zukünftig enormes Marktpotenzial bietet“, ergänzt sie.

Hoffnungen für einen weiteren Ausbau der Handelsbeziehungen zwischen Brasilien und Europa macht auch das Mercosur-Abkommen, das jüngst auch vom brasilianischen Parlament ratifiziert wurde. „95 Prozent der Produkte des Maschinenbaus werden von der Abschaffung der Zölle profitieren. Allerdings sind die vereinbarten Zeiträume für die Zollsenkung auf 10 Jahre, teilweise sogar bis zu 15 Jahre angesetzt. Die Vorteile werden sich daher mittel- und langfristig zeigen. Dennoch wird dies angesichts der hohen Zölle von bisher rund 11 Prozent für Maschinen ein echter Wendepunkt sein“, sagt VDMA-Expertin Heidler.

Partnerschaft für viele Rohstoffe

Zusätzliche Geschäftschancen bietet der Rohstoffreichtum Brasiliens, gerade mit Blick auf die in Europe dringend benötigten Seltenen Erden. „Brasilien hat weltweit die zweitgrößten gesicherten Reserven an Seltenen Erden und verfügt auch über das Know-how für Aufbereitung und Refining“, erläutert Christoph Danner, stellvertretender Geschäftsführer VDMA Mining & Minerals. Eine Partnerschaft könne darauf beruhen, dass diese Prozessstufen bis hin zur Herstellung von Permanentmagneten vor Ort bleiben und lokale Wertschöpfung steigern. Zugleich können wichtige technologische Partnerschaften auf Grundlage einer hochklassigen brasilianischen Ausbildungs- und Forschungslandschaft geschlossen werden. Brasilien werde so zu einem wachsenden Markt etwa für deutsche und europäische Bergbautechnologie. „Mittelfristig werden auch andere Rohstoffe knapp, für welche Brasilien ein zuverlässiger Handelspartner sein könnte“, resümiert Danner.

50 Milliarden Euro für „Nova Indústria Brasil“

Insgesamt weisen die Wirtschaftsdaten für das größte Land Südamerikas in die richtige Richtung: Das brasilianische Bruttoinlandsprodukt stieg 2025 um 2,3 Prozent zum Vorjahr, für 2026 wird erneut ein solides Wachstum erwartet. Dabei setzt die Regierung in der Industriepolitik auf ihr Programm „Nova Indústria Brasil“ zur Digitalisierung, Automatisierung und Modernisierung der Industrie. Umgerechnet knapp 50 Milliarden Euro sind dafür bis einschließlich 2026 vorgesehen, um sechs strategische Bereiche zu fördern, in denen auch deutsche Technologie führend ist: Agrobusiness, Bergbau, Logistik, Wasser- und Abwassermanagement, Automobilindustrie, erneuerbare Energien.

Mit einem Weltmaschinenumsatz von 51 Milliarden Euro rangiert Brasilien auf Platz 11 und überzeugt besonders durch seine breite industrielle Basis. „Der brasilianische Maschinenbausektor macht im Einklang mit globalen Anforderungen rasche Fortschritte in den Bereichen Digitalisierung, Automatisierung und Nachhaltigkeit und festigt Brasiliens Rolle als unverzichtbarer Partner für die deutsche und europäische Industrie“, erläutert Fabiane Wahlbrink, die Leiterin des VDMA-Büros in Brasilien.

Aktiv in Brasilien seit mehr als 50 Jahren

Rund 400 VDMA-Mitgliedsunternehmen sind aktuell in Brasilien mit Auslandsgesellschaften vertreten. Die meisten Firmen haben Vertriebs- und Servicegesellschaften vor Ort, mehr als 100 Unternehmen verfügen aber auch über lokale Produktionsstandorte. „Viele unserer Maschinenbaufirmen sind seit über 50 Jahren in Brasilien aktiv und leisten einen bedeutenden Beitrag zu qualifizierter Beschäftigung, Technologietransfer und industrieller Entwicklung“, sagt VDMA-Büroleiterin Wahlbrink. Insgesamt beschäftigen diese Maschinenbauunternehmen rund 40.000 Mitarbeitende in Brasilien.

Wettbewerbsdruck durch China steigt spürbar

Auch der halbjährliche VDMA Business Climate Survey hat Ende vergangenen Jahres bestätigt: Die Lage der Maschinenbaufirmen in Brasilien bleibt überwiegend positiv. Herausforderungen gibt es vor allem bei Auftragseingängen und Finanzierung. Und auch der Importdruck durch China nimmt spürbar zu: China ist seit Jahren der wichtigste Maschinenlieferant Brasiliens und baut diese Position zunehmend aus. „Heute stammt bereits jedes dritte vom brasilianischen Markt importierte Ausrüstungs- und Maschinenprodukt aus China“, sagt Fabiane Wahlbrink. Deutschland belegt seit vielen Jahren Platz drei in der brasilianischen Importstatistik für Maschinen, hinter China und den USA.

Quelle und Kontaktadresse:
Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA), Holger Paul, Leiter(in) Kommunikation, Lyoner Str. 18, 60528 Frankfurt am Main, Telefon: 069 66030

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