Maschinen- und Anlagenbauer wollen Betriebe am Standort Deutschland weiter ausbauen / Staatliche Rahmenbedingungen behindern Unternehmertum
(Frankfurt am Main) Über drei Viertel der deutschen Maschinenbauunternehmen wollen ihre Betriebe am Standort Deutschland weiter ausbauen. Die Zukunftsperspektive der Branche wird von 72 Prozent der Befragten positiv bewertet. Dies ergab eine Umfrage im Rahmen der Studie Motivatoren und Demotivatoren für Unternehmen im deutschen Maschinen- und Anlagenbau, die im Auftrag der IMPULS-Stiftung des VDMA vom Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre der Universität Würzburg durchgeführt wurde. Über vierhundert Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus wurden über ihre langfristigen Motive und Hindernisse für unternehmerisches Tun befragt. Die stärksten Top-Demotivatoren sind die ausufernden staatlichen Regulierungen sowie die deutsche Steuergesetzgebung. Die Top-Motivatoren für die unternehmerische Tätigkeit sind die Umsetzung eigener Ideen und das Erkennen von Marktlücken, die Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern und deren Familien sowie die Unabhängigkeit und Selbstverwirklichung.
Ideen, Innovationskraft und F&E-Aktivitäten sind Triebfedern für das Wachstum der Branche
Vor allem die eigenen Ideen im Unternehmen werden im Maschinen- und Anlagenbau als Wachstumsmotor genannt. Top-Wachstumstriebfedern sind außerdem die Innovationsfähigkeit der Branche sowie das Ausmaß der F&E-Aktivitäten. Die Marktbedingungen sind für die meisten Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau zur Zeit außerordentlich gut und schneiden im direkten Vergleich mit den staatlichen Regulierungen erheblich besser ab. Dies erklärt auch, warum so viele Unternehmer in den nächsten fünf Jahren weiterhin hier in Deutschland wachsen wollen.
Die Betriebe schätzen die Innovationskraft des Maschinen- und Anlagenbaus, das innovative Klima der Branche, das enge Netzwerk mit Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen und die qualifizierten und motivierten Mitarbeiter, erklärte VDMA-Präsident Dr. Dieter Brucklacher anlässlich der Vorstellung der IMPULS-Studie am Mittwoch in Frankfurt. Die Unternehmer sehen sich stark in der Verantwortung für ihre Mitarbeiter und das regionale Umfeld. Sie wollen weiter am Standort investieren, Arbeitsplätze sichern und neue schaffen, betonte Brucklacher. Das ist sehr erfreulich, zumal der VDMA, aber auch ich persönlich, seit Jahren für den Standort Deutschland mit seinen großen Vorteilen kämpfen. Vor allem brauchen wir aber noch viel mehr Unternehmer, die sich engagieren, die Risiken eingehen, die sich nicht allein an kurzfristiger Ertragssteigerung orientieren, sondern die Arbeitsplätze schaffen und den Menschen in unserem Land eine Perspektive geben.
Kündigungsschutz, Gewerkschaftsmacht und staatliche Bürokratie sind die größten Demotivatoren
Nur 22 Prozent der Befragten fühlen sich von der deutschen Gesellschaft und dem deutschen Staat zum Unternehmertum motiviert. Es ist ein deutliches Signal, dass die staatlichen Rahmenbedingungen in Deutschland von Unternehmern als ungeeignet empfunden werden, berichtet Prof. Dr. Norbert Berthold, Universität Würzburg, der die Studie durchführte. Im Zentrum der Kritik stehen dabei in erster Linie die Arbeitsmarkt-Bedingungen. Die Top-Demotivatoren in diesem Bereich sind die Ausgestaltung des Kündigungsschutzes, die gesetzlich festgeschriebene Macht der Gewerkschaften sowie die Unübersichtlichkeit der staatlichen Regelungen. Der Kündigungsschutz sei das Haupthindernis unter den staatlichen Regulierungen. Die Angst, Neueingestellte in der nächsten Krise wieder entlassen zu müssen, wird als ein erhebliches Wachstumshindernis empfunden, so Berthold. Hier sei eine Deregulierung unerlässlich. Es müsse die Regel und nicht die Ausnahme sein, dass Unternehmer ihre Beschäftigten auch wieder entlassen könnten, wenn sie diese nicht mehr benötigten.
Die Gewerkschaftsmacht wird von den Unternehmern als weiteres zentrales Wachstumshemmnis genannt. Der Flächentarifvertrag müsse reformiert werden, wolle man auch stagnierenden und langsamer wachsenden Unternehmen wieder die Möglichkeit zu schnellerem Wachstum geben, so die Studie.
Statt unübersichtlicher staatlicher Regelungen wünschen sich die Unternehmer zur Stärkung ihrer Wettbewerbsfähigkeit einen einfachen und stabilen Rechtsrahmen, der transparent und verlässlich sein müsse. Der bürokratische Aufwand sollte so gering wie möglich gehalten werden. Die hohe Steuer- und Abgabenlast demotiviere insbesondere schnell wachsende Unternehmen und Gründer. In erster Linie sind den Unternehmern dabei die hohen Sozialabgaben ein Dorn im Auge. Durch sie werde Arbeit zu teuer. Dies behindere flankiert durch den rigiden Kündigungsschutz die Möglichkeit zu Einstellungen und damit zu weiterem Wachstum, so die Ergebnisse der Studie.
Durchgreifende arbeitsmarktpolitische Reformen bleiben unverändert notwendig, so VDMA Präsident Brucklacher. Wir müssen uns heute strukturell so positionieren, dass wir künftige konjunkturelle Schwächephasen besser durchstehen können und bei Arbeitslosigkeit, sozialer Sicherheit und öffentlichen Finanzen nicht wieder auf die schlechten Werte zurückfallen, die wir gerade erst überwunden haben.
Quelle und Kontaktadresse:
Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA)
Marlies Schäfer, Pressesprecherin
Lyoner Str. 18, 60528 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 66030, Telefax: (069) 66031511
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