Maschinenbau bietet technologischer Elite exzellente Zukunftsaussichten
(Frankfurt am Main) - Der Markt ist leergefegt, der Innovations-´lokomotive´ Maschinenbau fehlen die ´Lokführer´. Wir schätzen, dass es zur Zeit rund 8000 bis 9000 offene Ingenieurstellen im Maschinen- und Anlagenbau gibt, erklärte der neu gewählte Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Manfred Wittenstein, am Montag (15. Oktober 2007) in Frankfurt.
Insgesamt ist die Zahl der Ingenieure im Maschinenbau in den letzten drei Jahren um 8.400 auf 148.200 Personen gestiegen. Damit ist inzwischen jeder sechste Mitarbeiter Ingenieur, so das Ergebnis der neuesten Ingenieurerhebung des Verbandes. Drei Viertel der deutschen Maschinenbauer sind der Meinung, dass die Zahl der Ingenieure in den kommenden fünf Jahren weiter zunehmen wird.
Besonders gesucht: Vertriebs- und Konstruktionsingenieure
84 von 100 Maschinenbauern wollen in den nächsten Jahren vor allem Ingenieure für Forschung, Entwicklung und Konstruktion einstellen. Fast zwei Drittel suchen Vertriebsingenieure. Doch Vertriebsingenieure werden heute kaum ausgebildet an den Hochschulen, berichtet der Verbandspräsident, der VDMA hat sich daher stark gemacht, diese an den Hochschulen auszubilden, und wir haben einen ersten Pilotstudiengang in der Berufsakademie Bad Mergentheim realisiert.
86 Prozent der befragten Unternehmen benötigen Ingenieure mit Abschlüssen aus dem Studienbereich Maschinenbau/Verfahrungstechnik. Die aktuelle Beschäftigtenstruktur zeigt, dass 77.500 Maschinenbauingenieure und rund 11.000 Verfahrenstechniker fast 60 Prozent der Ingenieure der Branche ausmachen. 59 Prozent ist auf der Suche nach Elektroingenieuren, 39 Prozent wünschen sich Wirtschaftsingenieure.
Bildungsoffensive für technische Berufe dringend nötig
Damit der Maschinenbau das technologische Rückgrat Deutschlands und damit der beschäftigungsstärkste Industriezweig bleibt, forderte Wittenstein die Bildungsverantwortlichen auf, durch geeignete bildungspolitische Maßnahmen und eine intelligente Migrationspolitik - 2 - einen Beitrag zur Bekämpfung des Fachkräfte- und Ingenieur-Mangels zu leisten. Er forderte aber auch die deutschen Maschinenbauer und den Verband auf, stärker als bisher für die Attraktivität des Ingenieurberufs zu werben. Gerade das Potenzial der Frauen haben wir für unsere Branche bisher sehr schlecht genutzt, wir haben viel zu wenig Ingenieurinnen, beklagte Wittenstein.
Qualität der Ingenieurausbildung muss verbessert werden
Um die Weltmarktführerschaft des deutschen Maschinenbaus auch in Zukunft zu erhalten, müsse auch die Qualität der Ingenieurausbildung besser werden, forderte der VDMA Präsident. Dies betrifft die Inhalte der Bachelor- und Masterausbildung, und wir bemühen uns aktuell um den Erhalt der sogenannten Assistenzpromotion und um die Vermeidung der Verschulung der Promotion.
Neue Berufsbilder nötig Produktionstechnologen gefragt!
Neben sehr gut ausgebildeten Ingenieuren brauche die Branche vor allem qualifizierte Facharbeiter. Das moderne Anforderungsprofil und die Ausbildung dieser Berufsgruppen passe aber immer weniger zusammen, erklärte Wittenstein. Deshalb hat der VDMA im Bereich der Facharbeiterausbildung ein neues Berufsbild den sogenannten Produktionstechnologen entwickelt. Dieser soll die Produktion als ganzheitlich vernetzten Prozess verstehen und beherrschen.
Unternehmen brauchen Freiräume und verlässliche Rahmenbedingungen
Wittenstein forderte - wie auch schon seine Amtsvorgänger - ein unternehmerisches Umfeld, das attraktive Freiräume und Anreize für den Beschäftigungsaufbau schaffe. Wir haben immer für einen flexiblen Arbeitsmarkt gekämpft, um durch betriebliche Vereinbarungen mit dem Auftragseingang zu atmen. Das Thema Flexibilität ist für eine Industrie, die in einem knallharten internationalen Wettbewerb bestehen muss, und die nach wie vor eine zyklische Industrie ist, schlicht unverzichtbar, betonte Wittenstein.
Auch ein vernünftiges und attraktives Unternehmenssteuerrecht sei für Familienunternehmen dringend nötig. Nicht, weil wir uns zulasten der Gesellschaft bereichern wollen, sondern weil wir das Geld für Investitionen und den Aufbau der Arbeitsplätze brauchen. Und er werde für ein Erbschaftssteuerrecht kämpfen, das die Familienunternehmen im Erbfall nicht in ihrer Substanz gefährde. Dies ist aus unserer Sicht ein entscheidender Prüfstein für diese Regierung.
Sein persönliches Ziel sei es, während seiner VDMA Präsidentschaft Intelligentes Produzieren in Deutschland voranzubringen. Andere können billiger sein. Wir müssen besser, schneller und innovativer sein als unsere Konkurrenten. Die Potenziale sind vorhanden - aber wir müssen sie nutzen und stetig erweitern!
Quelle und Kontaktadresse:
Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA)
Marlies Schäfer, Pressesprecherin
Lyoner Str. 18, 60528 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 66030, Telefax: (069) 66031511
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