Maschinenbau setzt auf Elektronik-Intelligenz aus Europa / Europäische Halbleiterstandorte wichtig für den Maschinenbau
(Frankfurt am Main) - Technologische Innovationen im Maschinenbau und mit ihnen die Wettbewerbsfähigkeit der Branche hängen immer mehr vom Einsatz elektronischer Intelligenz ab. Insbesondere der Zugang zu kundenspezifischen Mikrochips könnte durch das Schwinden der europäischen Halbleiterindustrie bedroht werden. "Diese latente Gefahr ist noch weithin unbemerkt in unserer Branche und kann mittelfristig zu einer Achillesferse werden. Es gilt, dies zu verhindern", so Thilo Brodtmann, stellvertretender Hauptgeschäftsführer beim Investitionsgüterverband VDMA.
Von der intelligenten Hydraulikkomponente über die Steuerung einer Maschine bis hin zur Automatisierung ganzer Fertigungsabläufe und der Fabriklogistik - Elektronik und Datenverarbeitung gehören längst zu den Kernbausteinen für Innovationen im Maschinenbau. Logik, Sensoren, Aktuatoren, Funkchips, Embedded Systems - der Bedarf an kundenspezifischen Halbleiterbauelementen im Maschinenbau wächst damit ständig. Die europäische Halbleiterindustrie produziert auch kleine Losgrößen und garantiert sowohl Kapazitäten als auch den Schutz von Know-how zuverlässig.
Mit Sorge sieht die Maschinenbauindustrie daher den zunehmenden Trend, die Halbleiterproduktion in außereuropäische Länder zu verlagern. Die für die Innovationsprozesse immens wichtige enge Zusammenarbeit zwischen Halbleiterindustrie und europäischer Investitionsgüterindustrie wäre durch eine solche umfassende Produktionsverlagerung gefährdet.
"Es ist zu befürchten, dass nach der Produktion von Halbleitern auch die entsprechenden Forschungsaktivitäten gänzlich aus Europa verschwinden werden. Dies könnte die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen nachhaltig beeinträchtigen", gibt Brodtmann zu bedenken. Auch bereits getätigte Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie die Ausbildung von Fachkräften wäre durch eine Abwanderung bedroht.
Es ist daher wichtig, dass die EU sich für faire Bedingungen im weltweiten Wettbewerb einsetzt und auf ein industriefreundliches Umfeld hinarbeitet, das High-Tech-Produktion in Europa attraktiver macht. Damit würden zugleich Bedingungen geschaffen, unter denen auch in Zukunft noch Halbleiter in Europa gefertigt werden können.
Quelle und Kontaktadresse:
Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA)
Marlies Schäfer, Pressesprecherin
Lyoner Str. 18, 60528 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 66030, Telefax: (069) 66031511
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