Pressemitteilung | Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA)
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Maschinenbauer erwarten im Jahresverlauf 2010 leichtes Wachstum der Maschinenproduktion / Maschinenbau baut internationale Führungsrolle weiter aus / Maschinenbauer fordern klares Bekenntnis der Politik zum Industriestandort Deutschland

(Berlin) - Der Verband deutscher Maschinen- und Anlagenbau rechnet für 2010 mit einem leichten Wachstum der Maschinenproduktion. Dies erklärte VDMA Präsident Dr. E.h. Manfred Wittenstein auf der Pressekonferenz des Verbandes anlässlich des 4. Deutschen Maschinenbaugipfels am Dienstag (13. Oktober 2009) in Berlin. "Diese Zuversicht ziehen wir aus der Tatsache, dass namhafte Wirtschaftsindikatoren weltweit eine zyklische Erholung signalisieren. In Anbetracht des Niveaus, auf dem diese Erholung stattfindet, ist es jedoch schwer für mich, hier von einem Aufschwung zu sprechen. Allerdings hat sich die globale Industrieproduktion, wenn auch moderat, von ihren Tiefstpunkten lösen können", erklärte Wittenstein. "Und so, wie wir als vom Export abhängige Branche von dem Einbruch der weltweiten Industrieproduktion in besonderer Weise in Mitleidenschaft gezogen wurden, so werden wir von der Erholung besonders profitieren können. Vorausgesetzt, wir haben nicht an Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt. Auch hier bin ich optimistisch."

Jeder vierte Beschäftigte arbeitet zur Zeit "kurz" im Maschinenbau

Im Juni arbeiteten im Maschinen- und Anlagenbau 241.000 Personen kurz, also rund jeder Vierte. Bis Ende Juli hat die Branche die Kernmannschaft um 24.000 Stellen verkleinert und beschäftigt aktuell 930.000 Mitarbeiter. "Wir rechnen mit einem Abbau von insgesamt bis zu 60.000 Stellen im Jahresverlauf. Das entspricht im Jahresdurchschnitt einem Rückgang um 2,0 Prozent. Im Vergleich zum Produktion- und Umsatzrückgang von 20 Prozent wird deutlich, wie vorsichtig, wie verantwortungsvoll die Maschinenbauer hier handeln", betonte der VDMA Präsident.

Maschinenbau baut internationale Führungsrolle weiter aus

Die vom VDMA einmal jährlich ausgewerteten Daten für den internationalen Maschinenaußenhandel der wichtigsten 42 Lieferländer zeigen für 2008, dass der deutsche Maschinenbau seine Rolle als Exportweltmeister nicht nur erfolgreich verteidigt, sondern seine Führungsrolle sogar leicht ausgebaut hat.

Der Welthandelsanteil lag 2008 bei 19,2 Prozent nach 19,0 Prozent in 2007. Die beiden größten Wettbewerber, die USA auf Platz 2 und Japan auf dem 3. Platz, haben dem gegenüber jeweils zwei Zehntelpunkte ihres Anteils eingebüßt. Sie kamen auf 11,7 bzw. 10, 7 Prozent. Italien erreichte 9,1 Prozent und hat ebenfalls ganz marginal verloren (2007: 9,2 Prozent). Große Verände-rungen gab es auf dem 5. Platz: Die VR China steigerte ihren Anteil deutlich von 7,2 Prozent in 2007 auf 8,6 Prozent in 2008. "Das ist ein mehr als achtbarer Erfolg", betonte Witteinstein. "China mausert sich immer mehr zum auch inter-national bedeutenden Wettbewerber." Der VDMA Präsident wies allerdings darauf hin, dass die chinesischen Maschinenexporte in nennenswertem Ausmaß aus Unternehmen stammen, die sich im Auslandsbesitz befinden.

Die Ergebnisse des internationalen Maschinenaußenhandels attestierten der Branche eine starke Wettbewerbsposition, so Wittenstein. "Doch darauf können wir uns nicht ausruhen. Unsere Position ist nicht gesetzt. Wir müssen sie jedes Jahr neu erkämpfen", sagte der VDMA Präsident. "Wir stellen uns darauf ein, dass die VR China mit großen Schritten weiter aufholt." Um die Position der deutschen Maschinenbauer erfolgreich zu verteidigen, "müssen wir unsere Anstrengungen bei Forschung und Entwicklung sogar noch erhöhen. Doch allein können wir das nicht schultern. Der gesetzliche Rahmen muss stimmen."

Maschinenbauer fordern klares Bekenntnis der Politik zum Industriestandort Deutschland

Die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer wünschen sich von der neuen Bundesregierung ein "klares Bekenntnis zum Industriestandort Deutschland".

Konkret fordert der Verband eine steuerliche Forschungsförderung, wie sie bereits in zwei Drittel der OECD-Staaten und 15 EU-Mitgliedsstaaten existiert.

"Die steuerliche Forschungsförderung bietet immense Chancen - wenn sie branchenspezifische Besonderheiten wie die hohen Anteile von Konstruktion und Produktion in unserem Innovationsprozess berücksichtigt. Sie wirkt in die Breite, ist themenoffen und stimuliert das immense Innovationspotential, das gerade auch in den kleineren Unternehmen noch schlummert" erklärte der VDMA Präsident. "Die Produktion braucht mehr Forschung, auch fächerübergreifende Forschung." Wittenstein kritisierte, dass die BMBF-Produktionsforschung im nächsten Jahr um zehn Millionen auf dann nur noch 62 Millionen Euro gekürzt werden soll. "Für Deutschland wäre das ein Armutszeugnis!", sagte Wittenstein. "In die Produktionsforschung muss mehr Geld fließen, die Mittel müssen mit Augenmaß, aber kontinuierlich steigen", so seine Forderung an die neue Regierung.

Außerdem gäbe es einen drängenden Änderungsbedarf bei der Unternehmensbesteuerung, so Wittenstein und nannte als Stichworte:

"Zinsschranke, Funktionsverlagerung, Hinzurechnungen von Zinsen, Mieten et cetera bei der Gewerbesteuer, die Lohnsummenregel bei der Erbschaftsteuer."

Um Arbeitslosen und Berufseinsteigern eine bessere Chance zu geben, sollte für künftige Arbeitsverhältnisse eine Abfindungsoption zugelassen werden, betonte Wittenstein. "Genauso fordern wir unverändert die Legalisierung betrieblicher Bündnisse für Arbeit. "Gerade in der Krise hat sich gezeigt, wie wichtig betriebliche Gestaltungsoptionen sind."

Um eine Kreditklemme für die exportabhängigen Maschinenbauer abzuwenden, erwartet der Verband von der Politik die Bereitschaft, "die Regeln von Basel II kurzfristig abzumildern und langfristig so zu gestalten, dass deren prozyklische Wirkung verschwindet", erklärte Wittenstein. "Außerdem drängen wir darauf zu prüfen, wie die Mittel des Deutschlandfonds über die Globalkredite an Banken hinaus eingesetzt werden können, um die Kreditmärkte zu entspannen."

Quelle und Kontaktadresse:
Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA) Marlies Schäfer, Pressesprecherin Lyoner Str. 18, 60528 Frankfurt am Main Telefon: (069) 66030, Telefax: (069) 66031511

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