Massiver Lokführermangel bei der Railion Deutschland AG
(Frankfurt) - Bei der Railion Deutschland AG fehlen nach den Berechnungen der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) im kommenden Jahr rund 450 Lokomotivführer. Dies hat nicht nur zur Folge, dass die für 2007 erwartete Steigerung der Güterverkehrsleistung nicht bewältigt werden kann. Durch die mangelhafte Personalplanung des Unternehmens wird die bereits heute angespannte Personalsituation weiter verschärft. Die Arbeitsbedingungen für die rund 5 400 Railion-Lokführer sind zurzeit schlichtweg katastrophal und chaotisch. Der Arbeitgeber ändert tagtäglich die Dienstschichten der Lokführer, weil viel zu wenig Personal vorhanden ist. Der Ruhetagsplan der Lokführer ist mittlerweile das Papier nicht wert, auf dem er geschrieben steht, so der GDL-Bundesvorsitzende Manfred Schell heute (13. Dezember 2006) in Frankfurt. Schell weiter: Ein Lokomotivführer ist daher überhaupt nicht mehr in der Lage, sein Privatleben selbst für den nächsten Tag zu planen. Der Arbeitgeber ist mittlerweile schon so weit, dass er den Lokführern selbst die arbeitsfreien Tage mit einer Sonderzahlung von 6,25 Euro brutto pro Stunde abkauft. Das ist eine Unverschämtheit. Diese Personalpolitik des Arbeitgebers ist zutiefst unsozial und kann so nicht weitergehen.
Neben den Lokomotivführern kämpfen auch die Betriebsräte mit den kurz¬fristi¬gen Schichteinteilungen, da diese nur noch in Ansätzen ihre betriebliche Mitbestimmung wahrnehmen können. Unter dem immensen Lokführermangel bei der Railion Deutschland AG haben nicht zuletzt die Kunden des Unternehmens zu leiden. Verspätete Transportleistungen werden mehr und mehr zum Regelfall. Die GDL befürchtet daher, dass viele in diesem Jahr hinzugewonnene Güterverkehrskunden daraus ihre Konsequenzen ziehen.
Die GDL wird ihre Betriebsräte bei der Railion Deutschland AG nun dazu auffordern, unverzüglich alle Betriebsvereinbarungen zu kündigen, die weitere Mehrarbeit oder auch kurzfristige Dienständerungen vorsehen. Bereits im September 2006 schoben die Lokomotivführer rund 300 000 Überstunden vor sich her. Dieser Zustand muss unverzüglich beendet werden. So fordert die GDL unter anderem eine Einstellungsoffensive und die Übernahme aller qualifizierten Lokführer-Azubis.
Die GDL hat seit geraumer Zeit den Vorstand der Railion Deutschland AG davor gewarnt, die Situation eskalieren zu lassen. Mehrere Gespräche mit dem Arbeitgeber haben zu keinen Verbesserungen für die Beschäftigten geführt. Jetzt wird das Unternehmen mit den Folgen seiner völlig verfehlten Personalpolitik leben müssen.
Quelle und Kontaktadresse:
Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer im Deutschen Beamtenbund (GDL)
Gerda Seibert, Presse- u. Öffentlichkeitsarbeit
Baumweg 45, 60316 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 405709-0, Telefax: (069) 405709-40
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