Matecki: Unfreiwillige Teilzeitarbeit besonders im Osten ein Problem
(Berlin) - Anlässlich der gestern (28. April 2009) vom Statistischen Bundesamt vorgestellten Zahlen zur Teilzeitarbeit forderte DGB-Vorstandsmitglied Claus Matecki am Dienstag (28. April 2009) in Berlin, dass die Ausbreitung der unfreiwilligen Teilzeitarbeit dringend gestoppt werden müsse, um Niedriglöhne und spätere Altersarmut zu vermeiden.
Insbesondere die ostdeutschen ArbeitnehmerInnen seien von unfreiwilliger Teilzeit betroffen, wie die Zahlen belegten: 16 Prozent (4,9 Millionen Personen) aller abhängig Beschäftigten in ganz Deutschland gingen im Jahr 2008 einer Teilzeitbeschäftigung mit einer Wochenarbeitszeit von 20 Stunden oder weniger nach. Doch während im früheren Bundesgebiet "nur" 17 Prozent der Teilzeittätigen keine Vollzeitstelle gefunden haben, treffe dies in den neuen Ländern (einschließlich Berlin) auf rund 65 Prozent der befragten Teilzeitbeschäftigten zu.
"Für die große Mehrheit der Betroffenen in Ostdeutschland ist Teilzeitarbeit offensichtlich eine Notlösung", sagte Matecki. Das zeigten auch die Ergebnisse der jüngsten Studie des Wissenschaftszentrum Berlin, wonach viele TeilzeitarbeitnehmerInnen gerne länger arbeiten würden.
"Unfreiwillige Teilzeit darf sich nicht weiter ausbreiten", unterstrich Matecki, "denn diese Beschäftigten - überwiegend Frauen - erhalten in der Regel geringere Stundenlöhne und später nicht auskömmliche Renten." Niedriglohnstrategien für Ostdeutschland seien kein Erfolgsmodell, sie dämpften vielmehr die Binnenmarktnachfrage.
"Wir fordern, dass in Ostdeutschland künftig nicht auf Billiglohn, sondern auf ein hohes Bildungsniveau sowie gute Qualität der Arbeit gesetzt wird", betonte Matecki und geißelte Standortwerbung, bei der Unternehmen mit dem Argument "billige Arbeitskräfte" angelockt werden sollten. Stattdessen gehöre das Thema "Gute Arbeit" ins Zentrum der Wirtschaftsförderung.
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), Bundesvorstand
Axel Brower-Rabinowitsch, Leiter, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Henriette-Herz-Platz 2, 10178 Berlin
Telefon: (030) 24060-0, Telefax: (030) 24060-324
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen

