Matecki: Unionspolitiker verachten Interessen der Beschäftigten
(Berlin) - DGB-Vorstandsmitglied Claus Matecki hat der CDU/CSU Wortbruch vorgeworfen. Im vergangenen Sommer hat sich die Koalition auf die Ausweitung des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes geeinigt. Jetzt brechen Unionspolitiker reihenweise ihr Wort und scheuen selbst vor falschen und unlauteren Argumenten nicht zurück, sagte Matecki am 17. März in Berlin.
So behaupte beispielsweise CDU‑Generalsekretär Ronald Pofalla, in der Zeitarbeit gebe es kein Lohndumping, die Tarifautonomie funktioniere. Zwischen 7,38 Euro - Tarifvertrag DGB-Tarifgemeinschaft mit Bundesverband Zeitarbeit - und 6,21 Euro - Tarifvertrag Christlicher Gewerkschaften mit Bundesvereinigung Deutscher Dienstleistungsunternehmen - liegt bei den Entgelten in Westdeutschland ein erheblicher Unterschied, der nichts anderes als Lohndumping ist, so Matecki. Diese Lohndifferenz, ausgelöst durch Christliche Gewerkschaften, vergrößert sich durch Haustarife der Christlichen Gewerkschaften noch weiter bis auf 4,81 Euro in Westdeutschland.
Bleibe die CDU dabei, die Zeitarbeit nicht ins Entsendegesetz aufzunehmen, würden diese Lohnunterschiede zum Zeitpunkt der vollen Arbeitnehmerfreizügigkeit noch größer, so das DGB-Vorstandsmitglied. Dann könnten nach Deutschland entsandte Beschäftigte zu den Tarifbedingungen ihres Heimatlandes entlohnt werden, um dem Grundsatz Equal Pay zu entgehen. Wer dennoch keinen dringenden Handlungsbedarf erkennt, verachtet die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, sagte Matecki.
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), Bundesvorstand
Axel Brower-Rabinowitsch, Leiter, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Henriette-Herz-Platz 2, 10178 Berlin
Telefon: (030) 24060-0, Telefax: (030) 24060-324
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