Pressemitteilung | Landesapothekerverband Baden-Württemberg e.V.
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Maultaschen statt Makrelen im „Ländle“ / Präventionsstudie der Apotheker zeigt: Zum Thema Ernährung muss mehr Unterstützung geboten werden

(Stuttgart) - Die Menschen in Baden-Württemberg fühlen sich gesund, aber nur jeder Sechste nimmt aktiv Angebote zur Vorbeugung von Krankheiten wahr. Dies ist ein Ergebnis der von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) in Auftrag gegebenen repräsentativen Studie. 3.300 Erwachsene in Deutschland wurden hierfür telefonisch befragt. Das infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft ermittelte, dass rund 70 Prozent der Menschen in Baden-Württemberg ihren eigenen Gesundheitszustand als mindestens gut einschätzen. Wenn es aber um die Ernährung geht, suchen die Baden-Württemberger noch nach gezielten Informations- und Schulungsangeboten.

Ob auf der Hallig oder in den Alpen, im Harz oder im Ruhrpott: Die Deutschen lassen sich generell nur ungern in das Thema Ernährung reinreden. In Baden-Württemberg stehen Fleischgerichte wie Maultaschen oder Braten mindestens zwei- bis drei Mal in der Woche auf der Speisekarte: Vier von fünf Befragten gaben an, mehr als einmal Mal pro Woche Fleisch zu essen. Mit Aal, Hecht und Makrele können die Menschen an Neckar und Rhein hingegen vergleichsweise wenig anfangen: Mehr als jeder Dritte gibt an, überhaupt keinen Fisch zu verzehren.

Süßen Naschereien können die Baden-Württemberger schlecht widerstehen: Unter denen, die fast täglich oder einmal in der Woche zu Süßigkeiten wie Schokoriegel oder Bonbons greifen, stellen die Schwaben und Badener die größte Gruppe. Hierzulande wird auch zu wenig getrunken – zumindest alkoholfrei. Die Baden-Württemberger sind die kleinste Gruppe, die fast täglich alkoholfreie Getränke wie Mineralwasser oder Säfte in einer Menge von 1,5 Litern pro Tag konsumieren. Nur ganze sechs Prozent greifen fast täglich zu diesen alkoholfreien Alternativen. Für die Baden-Württemberger zeigt die Studie aber auch Positives auf: In keiner anderen Region in Deutschland werden zwei- bis dreimal in der Woche so viel Vollkornprodukte wie Müsli oder Vollkornbrot gegessen. Und auch Bewegung wird groß geschrieben: Der infas-Studie zufolge treiben 38 Prozent der Baden-Württemberger zwei bis drei Mal in der Woche Sport. Damit liegen Sie im Bundesvergleich an der Spitze.

Dennoch geben 48 Prozent in Baden-Württemberg an, dass Sie zu dick sind und abnehmen müssten. Tatsächlich haben sich im Ländle wie bundesweit aber nur 18 Prozent der Befragten in den vergangenen beiden Jahren zu einer Diät durchgerungen. Diejenigen, die eine Diät machten, machten sie nirgendwo sonst öfter als in Baden-Württemberg, um sich gesünder zu fühlen. Der Baden-Württemberger setzt beim Abnehmen nicht – wie man vielleicht vermuten könnte - auf schwäbisch-sparsames „FdH“ (Friss-die-Hälfte), sondern er stellt seine Ernährung zum Abnehmen bewusst um und folgt lieber einem Ernährungsplan.

Fritz Becker, Präsident des Landesapothekerverbandes Baden-Württemberg e. V. fasst zusammen: „Hier besteht ein großes Beratungsbedürfnis bei den Menschen. Denn eine gesunde Zusammensetzung der Ernährung ist entscheidend. Das kann nicht aus der Hüfte geplant werden. In den Apotheken können grundlegende Auskünfte erteilt werden, wie Ernährung sinnvoll ist. Auch weiß der Apotheker, ob ein Mensch aufgrund einer Medikation vielleicht mit Gewichtsproblemen anders umgehen muss.“ Becker verweist auf das zunehmende Problem der übergewichtigen Menschen, die bekanntermaßen das Gesundheitssystem belasten. „Wer einen kompetenten ersten Ansprechpartner zum Thema Ernährung braucht, kann und soll uns gerne in den Apotheken in Anspruch nehmen.“

Seit bereits zehn Jahren bietet die Landesapothekerkammer Baden-Württemberg umfangreiche Weiterbildung zur Ernährungsberatung in der Apotheke an. Immer mehr ApothekerInnen nutzen das Angebot, um der gestiegenen Nachfrage der Patienten nach ganzheitlicher Gesundheitsvorsorge gerecht zu werden“, so Dr. Günther Hanke, Präsident der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg. Auch sonst bilden Nahrungsmittel und Medikamente ein zuweilen komplexes Thema. „Selbst ein unbestritten gesunder Grapefruitsaft beeinflusst bestimmte Enzyme und Stoffwechselwege, die im Körper für den Abbau und die Aufnahme von vielen Arzneistoffen verantwortlich sind“, so Dr. Hanke, der auch Fachapotheker für Pharmazeutische Analytik ist. „Solche Wechselwirkungen können die Wirkung eines Medikamentes entweder hemmen oder verstärken.“

Letztlich ermittelte die Studie auch, dass drei von vier Befragten, die sich in Baden-Württemberg von pharmazeutischem Personal beraten ließen, sachkundig beraten wurden: 74 Prozent bejahen, dass der Apotheker oder die Apothekerin alle ihre Fragen zum Thema kompetent beantwortet haben.

Quelle und Kontaktadresse:
Landesapothekerverband Baden-Württemberg e.V. Pressestelle Hölderlinstr. 12, 70174 Stuttgart Telefon: (0711) 223340, Telefax: (0711) 2233497

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