Medikationsbrief soll interprofessionelle Zusammenarbeit vereinfachen
(Berlin) – Das neu entwickelte, digitale Format des Medikationsbriefs soll die interprofessionelle Zusammenarbeit zwischen Apothekerinnen und Apothekern mit Ärztinnen und Ärzten weiter verbessern und vereinfachen. Apothekerinnen und Apotheker übermitteln den Arztpraxen mit dem Medikationsbrief in standardisierter Form arzneimittelbezogene Probleme (ABP), insbesondere im Kontext der pharmazeutischen Dienstleistung ‚Erweiterte Medikationsberatung bei Polymedikation‘. Diese ABP können sich unter anderem auf Interaktionen, Nebenwirkungen, Dosierungen oder Darreichungsformen beziehen. Der Medikationsbrief kann zwischen Apotheken und Arztpraxen elektronisch verschickt werden über das sichere KIM-System in der Telematik-Infrastruktur (TI).
„Bislang gab es für die interprofessionelle Kommunikation keine standardisierte Vorlage – diese Lücke haben wir jetzt geschlossen“, sagt Dr. Armin Hoffmann, Präsident der Bundesapothekerkammer. „Wir haben die Struktur und das Layout vereinheitlicht, damit Ärztinnen und Ärzte noch schneller als bisher relevante Informationen zu ABP finden. Der Medikationsbrief ist ein Format mit Wiedererkennungswert, das wir weiter ausbauen werden: Mittelfristig soll eine Integration in die Apothekensoftware-Systeme erfolgen und auch ein Einstellen in die elektronische Patientenakte (ePA) ermöglicht werden.“
Der Medikationsbrief baut auf den Erfahrungen auf, die im Projekt ARMIN (Arzneimittelinitiative Sachsen Thüringen) von 2016 bis 2022 im interprofessionellen Medikationsmanagement gesammelt wurden. Entwickelt wurde der Medikationsbrief in einem mehrstufigen, qualitätsgesicherten Projekt mit Ärztinnen / Ärzten und Apothekerinnen / Apothekern von der ABDA in Zusammenarbeit mit der Kooperationseinheit Klinische Pharmazie am Universitätsklinikum Heidelberg. Das Universitätsklinikum Heidelberg war bereits bei der wissenschaftlichen Auswertung von ARMIN eingebunden. Neben der Praktikabilität auf apothekerlicher Seite, stand vor allem die Akzeptanz auf ärztlicher Seite im Vordergrund.
Teilnehmenden Ärztinnen und Ärzten war wichtig, dass der Medikationsbrief neben den ABP auch apothekerliche Lösungsvorschläge zum jeweiligen ABP enthält, um ärztliche Entscheidungen zu erforderlichen Therapieanpassungen bestmöglich zu unterstützen. ABP, die in der Apotheke bereits gelöst werden konnten, z. B. Unsicherheiten der Patienten bei der Anwendung komplexer Darreichungsformen oder zum richtigen Anwendungszeitpunkt, sollen hingegen nicht kommuniziert werden.
Der Medikationsbrief ist für die interprofessionelle Kommunikation konzipiert. Patientinnen und Patienten werden weiterhin im persönlichen Gespräch in der Apotheke oder Arztpraxis und ergänzend über ihren aktualisierten Medikationsplan informiert.
Quelle und Kontaktadresse:
ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, Ursula Sellerberg, stellv. Pressesprecher(in), Heidestr. 7, 10557 Berlin, Telefon: 030 40004-0
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