Pressemitteilung | SPECTARIS. Deutscher Industrieverband für Optik, Photonik, Analysen- und Medizintechnik e.V.
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Medizintechnik als Schlüssel für eine resiliente Gesundheitsversorgung

(Berlin) – Mehr als 60 Vertreterinnen und Vertreter aus Medizintechnik-Industrie, Bundeswehr, Hilfsorganisationen, Verbänden und weiteren sicherheitsrelevanten Institutionen kamen gestern bei KARL STORZ in Berlin zur Sitzung der gemeinsamen Arbeitsgruppe „Verteidigung, Zivil- und Katastrophenschutz“ (AG VZK) von German Health Alliance (GHA) und SPECTARIS zusammen.

Die hohe Beteiligung zeigt die wachsende Bedeutung einer engeren Zusammenarbeit zwischen Industrie, Politik und Anwendern für die gesamtstaatliche Resilienzvorsorge.
Externe Impulse aus Bundeswehr, Bevölkerungsschutz und Beschaffung
Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen hochkarätige externe Impulse zu aktuellen sicherheitspolitischen und operativen Fragestellungen:
Oberst i. G. Armin Schaus, Operatives Führungskommando der Bundeswehr, ordnete in seinem Eröffnungsvortrag den „Operationsplan Deutschland“ als gesamtstaatliche und gesamtgesellschaftliche Aufgabe ein.

Hermann Gröhe, Präsident des Deutsches Rotes Kreuz (DRK), beleuchtete die Rolle des DRK im Bevölkerungsschutz und die Bedeutung belastbarer Partnerschaften zwischen staatlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren.

Oberstapotheker Dr. Ullrich Kindling, Gruppenleiter im BAAINBw, diskutierte mit den Teilnehmenden die Frage, wie Beschaffungsprozesse krisenfest ausgestaltet und zugleich praxistauglich umgesetzt werden können – insbesondere im Hinblick auf die Anforderungen des Sanitätsdienstes. Die Diskussionen machten deutlich: Sicherheit und Gesundheit sind untrennbar miteinander verbunden. Die medizinische Versorgung ist integraler Bestandteil nationaler Handlungsfähigkeit.

Whitepaper: Medizintechnik als Teil der nationalen Sicherheitsarchitektur

Die AG VZK hat das gemeinsame Whitepaper von GHA und SPECTARIS mit dem Titel „Der Beitrag der Medizintechnik zur Stärkung der Resilienz der Gesundheitsversorgung“ verabschiedet. Zentrale Kernbotschaft des Papiers ist die strategische Verankerung von Gesundheit als sicherheitsrelevantem Politikfeld. Resilienz darf nicht isoliert gedacht werden, sondern muss systematisch in Gesetzgebung, Beschaffung, Planung, Digitalisierung und Ausbildung integriert werden. Medizintechnik ist dabei nicht nur Zulieferer, sondern ein strategischer Enabler für robuste, skalierbare und dual nutzbare Versorgungsstrukturen – im zivilen Alltag ebenso wie im Krisen-, Katastrophen- oder Verteidigungsfall.

Das Whitepaper formuliert konkrete politische Handlungsempfehlungen – unter anderem zur Ausgestaltung eines kohärenten Gesundheitssicherstellungsgesetzes, zu beschleunigten und krisenfesten Vergabeverfahren, zur systematischen Einbindung der Industrie in Planungs- und Übungsformate sowie zur gezielten Förderung von Dual-Use-Lösungen. Ein besonderer Fokus liegt zudem auf Digitalisierung und Cyber-Resilienz: Digitale Infrastrukturen müssen so ausgelegt sein, dass medizinische Systeme, Datenflüsse und Kommunikationsstrukturen auch bei Cyberangriffen oder großflächigen Störungen stabil funktionieren. Ziel ist es, medizinische Versorgungskapazitäten auch bei großflächigen Krisen oder im Verteidigungsfall kurzfristig hochfahren, koordinieren und aufrechterhalten zu können.

Von der Analyse zur Umsetzung

Die AG VZK versteht sich als umsetzungsorientierte Plattform. Ziel ist es, politische Zielsetzungen in konkrete technische, organisatorische und logistische Lösungen zu übersetzen. Die Sitzung bei KARL STORZ markiert dabei einen weiteren Schritt von der strategischen Einordnung hin zur operativen Umsetzung.

Zum Abschluss wurde zudem ein Ausblick auf die zweitägige German Health Resilience Conference im Rahmen der MEDICA 2026 gegeben, bei der das Thema Gesundheitsresilienz weiter vertieft und diskutiert werden soll. Mit der gut besuchten Sitzung in Berlin setzen GHA und SPECTARIS ein klares Signal: Die Stärkung der Resilienz der Gesundheitsversorgung ist eine gemeinsame Aufgabe von Staat, Industrie und Anwendern – und sie duldet keinen Aufschub.

Quelle und Kontaktadresse:
SPECTARIS. Deutscher Industrieverband für Optik, Photonik, Analysen- und Medizintechnik e.V., Christof Weingärtner, Pressesprecher(in), Robert-Koch-Platz 4, 10115 Berlin, Telefon: 030 414021-0

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