Messeforum transport logistik: Supply Chain Security - Sicherheitsgewinn oder Kostentreiber? / Sind die Sicherheitsanforderungen in der Transportkette noch bezahlbar?
(München) - Zum Thema Supply Chain Security Sicherheitsgewinn oder Kostentreiber? holte das Deutsche Verkehrsforum hochkarätige Vertreter aus der Logistikbranche und der europäischen Politik zum Diskussionsfourm auf die Messe transport logistik.
Die Sicherheit der Lieferkette ist zu einem wichtigen Qualitätsmerkmal im Logistikbereich geworden. Insbesondere im Hinblick auf den globalen Handel wird der Status des sicherheitszertifizierten Unternehmens zum Wettbewerbsfaktor.
Hans-Jörg Hager, Mitglied des Präsidiums Deutsches Verkehrsforum und Vorsitzender des Vorstandes Schenker Deutschland AG, sagte auf dem Diskussionsforum: Die Sicherheit in der Logistikkette liegt im eigenen Interesse der Branche. Wesentlicher Faktor ist die Integration und Nutzung der vorhandenen Lösungen in ein einheitliches Sicherheitsregime. Die neue Zollrechtsreform biete über den Status des zugelassenen Wirtschaftsbeteiligten einen Ansatz zur Anerkennung bestehender Sicherheitsmaßnahmen. Darüber hinaus müsse die Wirtschaft an der internationalen Standardisierung z.B. unter dem Dach der ISO Norm 28.000 mitarbeiten.
Michael Cramer MdEP, Sprecher der Grünen im Ausschuss für Verkehr und Fremdenverkehr des Europäischen Parlaments, forderte: Wir müssen die Defizite der vorhandenen Lösungen identifizieren und mögliche Lücken schließen, nicht neue Systeme aufbauen. Dabei muss der Binnenverkehr innerhalb der EU barrierefrei bleiben.
Kathleen M.Conway, Attaché, Customs and Border Protection United States Mission to the European Union vertrat die Position, dass die Politik die Branche einbinden und auf ihre Expertise hören müsse. Die langjährige Erfahrung in den USA habe gezeigt, dass man nur so praxisgerechte Lösungen für die Lieferkettensicherheit erhalten würde. Der aktuellen Debatte um die EU-Verordnung zur Lieferkettensicherheit stellten sich auf dem Forum weiterhin:
- Harry Mohns, Geschäftsführer MSC Gate Bremerhaven GmbH & Co. KG
- Kai Sonnberg, Sales Manager Transit Transport Flensburg GmbH & Co. KG
- Harald Zielinski, Head of Security and Risk Prevention Management Lufthansa Cargo AG
Dr. Florian Eck, stellvertretender Geschäftsführer des Deutschen Verkehrsforums zog ein Resumee aus der Diskussion: Die Sicherheit der Lieferkette muss sich an möglichen Defiziten und vorhandenen Risiken orientieren. Die Sicherheitsstandards müssen auf europäischer und internationaler Ebene zusammengeführt werden. Die Wirtschaft muss dabei diesen Prozess eng begleiten.
Hintergrundinformationen:
Die Europäische Kommission hat ihre Verordnung zur Lieferkettensicherheit im Jahr 2006 zurück gezogen. Zunächst will die EU-Kommission nun die Resultate des ab 2008 wirksamen Zollkodex abwarten, bevor ein neuer Vorschlag hierfür erarbeitet wird.
Mit der EU Zollkodex-Durchführungsverordnung 1875/2006 werden Grundlagen zur Verbesserung von Sicherheitsmaßnahmen an den EU-Außengrenzen eingeführt. Sie verpflichtet zur Vorabinformation über die ein- oder ausgeführten Waren, die in oder aus der Gemeinschaft verbracht werden, an den Zoll. Damit werden Sicherheitsanforderungen in zollrechtliche Anforderungen bei Verkehren mit Drittstaaten integriert. Ab dem 1. Januar 2008 können Unternehmen den Status AEOSecurity (Authorized Economic Operator) bei ihren nationalen Zollbehörden beantragen.
Fakten:
- Von den deutschen Flughäfen wurden alleine 2005 rund 45 Mio. Euro für Sicherheitsmaßnahmen nach §8 LuftSiG aufgewendet;
- Zur Finanzierung der Sicherheitsauflagen wendet die Lufthansa Cargo AG p. a. über 80 Mio. Euro auf. Die Mittel werden u. a. für den Erwerb technischer Hilfsmittel aufgewandt. Die Gesellschaft operiert zurzeit mit mehr als 100 Röntgengeräten/Sprengstoffdetektoren und ca. 2000 Kameras. Zusätzlich befinden sich täglich mehr als 100 Sicherheitsmitarbeiter im Einsatz;
- die deutschen Seehäfen investierten zur Umsetzung der Sicherheitsauflagen für Hafenanlagen und Schifffahrt über 50 Mio. Euro;
- Schenker allein investierte zur Erlangung des TAPA-FRS Status an 35 europäischen Standorten 3,9 Mio. Euro in seine Terminals, zzgl. 70.000 Euro / Jahr für die Zertifizierung;
- neben den einmaligen (Implementierungs-)Investitionen fallen bei allen Sicherheitsmaßnahmen kontinuierliche Kosten u. a. für Wartung und Personalschulung an.
Quelle und Kontaktadresse:
Deutsches Verkehrsforum e.V.
Ingrid Kudirka, Leiterin, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Klingelhöferstr. 7, 10785 Berlin
Telefon: (030) 2639540, Telefax: (030) 26395422
Weitere Pressemitteilungen dieses Verbands
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen

