Pressemitteilung | Bayerischer BauernVerband (BBV)
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Milchbauern lassen sich nicht erpressen / Bayerischer Bauernverband beerdigt die „Fairness“

(Aretsried) - Mit einem Trauerzug durch Aretsried, vorbei an der Molkerei Müller, hat der Bayerische Bauernverband mit einer großen Anzahl verärgerter Bäuerinnen und Bauern symbolisch die „Fairness“ bei den Milchpreisverhandlungen zu Grabe getragen. Damit wollten sie ihrem Ärger über den unfairen Umgang der Molkerei Müller mit den Milcherzeugergemeinschaften (MEG) Augsburg-West, Augsburg-Süd und Nordschwaben in den vergangenen Wochen Luft machen: Preisdrohungen, kurzfristige Ultimaten und erpresserische Vorgänge gegenüber den Mitgliedern der MEGs brachten das Fass zum Überlaufen. Der bekannte Kabarettist und Schauspieler Ottfried Fischer erklärte sich mit den Bauern solidarisch und hielt bei der „Beerdigung“ als „TV-Pfarrer Braun“ die Grabrede.

Das jetzige Vorgehen der Molkerei Müller sei völlig unakzeptabel, betonte Leonhard Keller, Bezirkspräsident des Bayerischen Bauernverbandes beim Pressegespräch. „Mit seinem Verhalten will Müller die Milcherzeugergemeinschaften spalten“, erklärte Reinhold Mayer, 1. Vorsitzender der MEG Augsburg West. Die Molkerei bot eine ausschließlich mehrjährige Vertragsbindung, bei der nur der Preis für den aktuellen Monat März genau festgelegt wurde. Alternativ bot das Unternehmen eine monatliche Auszahlung, die sich am Spotmilchpreis orientiert.

Die Milcherzeugergemeinschaften hatten Müllermilch immer wieder ihre Gesprächsbereitschaft angeboten. Müller reagierte nicht und reduzierte vielmehr sein Angebot für die Milcherzeugergemeinschaften auf rund 30 Cent pro kg. Den Milchbauern, die Einzelverträge mit ihm abschließen würden, versprach Müller 41 Cent pro kg Milchauszahlungspreis im März 2008 und forderte sie mit einem vorgefertigten Kündigungsschreiben auf, bei ihrer MEG zu kündigen. Dieses Verhalten der größten deutschen Privatmolkerei sei den Milcherzeugern gegenüber alles andere als fair. Der Bayerische Bauernverband, die Milcherzeugergemeinschaften und die verärgerten Bäuerinnen und Bauern sind sich einig: So etwas lassen wir uns nicht gefallen!

Die Milcherzeugung habe für die bayerischen Bäuerinnen und Bauern eine herausragende Bedeutung. Die Verbraucher profitierten von der hervorragenden Qualität der bayerischen Milch, sagte BBV-Bezirkspräsident Keller. Um die Vorzüge der heimischen Landwirtschaft für den Verbraucher weiterhin gewährleisten zu können, bräuchten die Milcherzeuger einen fairen Milchpreis, der ihre Kosten decke und die Arbeit angemessen entlohne.

Quelle und Kontaktadresse:
Bayerischer BauernVerband (BBV), Körperschaft des öffentlichen Rechts Pressestelle Max-Joseph-Str. 9, 80333 München Telefon: (089) 558730, Telefax: (089) 55873505

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