Ministerrat gibt Startschuss zur Einrichtung von Pflegestützpunkten in Bayern / bpa fordert: Vorhandene Potentiale nutzen, Doppelstrukturen vermeiden
(Berlin) - Der Bayerische Ministerrat hat auf Vorschlag von Sozialministerin Christine Haderthauer den Startschuss für die Errichtung von Pflegestützpunkten gegeben. Es ist geplant, bis Ende 2010 stufenweise bis zu 60 Pflegestützpunkte in allen Regierungsbezirken - sowohl in ländlich strukturierten Regionen als auch in städtischen Ballungsräumen - zu etablieren. Die Pflegestützpunkte sollen nach den Vorstellungen der Sozialministerin von den Pflege- und Krankenkassen und den Kommunen getragen werden. "Dabei müssen Neutralität der angebotenen Dienstleistungen und Unabhängigkeit der Beratung gewährleistet sein", so Haderthauer.
Dem Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) ist eine neutrale Information und Beratung über Hilfsangebote sowie deren Trägerschaft ebenfalls ein Anliegen. Bei den bestehenden Angehörigenfachstellen hat er dieses mit Unterstützung des Ministeriums realisieren können - die Fachstellen können jetzt auch von privaten Trägern betrieben werden.
"Diese Fachstellen, bisher getragen von den Wohlfahrtsorganisationen, möchte die Sozialministerin in die Kernaufgaben der Pflegestützpunkte einbinden. Positiv ist, dass dabei auch die privaten Anbieter berücksichtigt werden müssen. Unklar ist allerdings noch, wie das in der Praxis funktionieren soll und wer die Neutralität sicherstellt", so Joachim Görtz, Leiter der Landesgeschäftsstelle des bpa in Bayern.
Zusätzlich zu den Pflegestützpunkten bieten die gesetzlichen Pflegekassen in Bayern in Kürze eine telefonische Pflegeberatung für Versicherte und Angehörige über den so genannten "Pflegeservice Bayern" an. Der "Pflegeservice Bayern" dient als telefonische Erstanlaufstelle für Ratsuchende. "Wir haben von Anfang an gefordert, dass es einer derartigen Erstkontaktmöglichkeit bedarf. Wir haben aber auch deutlich gemacht, dass überwiegend eine aufsuchende Beratung notwendig ist. Leider lässt das vom Ministerrat gebilligte Konzept noch vermissen, wie die Pflegeeinrichtungen generell in die Beratung der Bürgerinnen und Bürger vor Ort eingebunden werden und damit Kosten treibende Doppelstrukturen vermieden werden können", stellt Görtz fest. Der bpa hat in Bayern circa 200 Pflegeberater flächendeckend fortgebildet und mit fast allen Pflegekassen entsprechende Pflegeberaterverträge abgeschlossen. Ziel von deren Arbeit ist die kostenlose Beratung in der Häuslichkeit oder im Krankenhaus, die Schulung der Angehörigen bis hin zum Krankenhausentlassungsmanagement. Dieses Potential gilt es zu nutzen.
Die weitere Umsetzung der Pflegestützpunkte und der Angehörigenfachstellen wird der bpa weiter aufmerksam verfolgen und auf die Einhaltung eines neutralen Wettbewerbs und die Vermeidung von Doppelstrukturen pochen.
Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V., Bundesgeschäftsstelle (bpa)
Herbert Mauel, Geschäftsführer
Friedrichstr. 148, 10117 Berlin
Telefon: (030) 30878860, Telefax: (030) 30878889
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