MINT-Lücke wächst: Deutschland droht Wettbewerbsverlust
(Düsseldorf) - Der MINT-Fachkräftemangel spitzt sich dramatisch zu: 133.900 Personen fehlen in Deutschland im März 2026. Das geht aus dem aktuellen MINT-Frühjahrsreport vor. Aus Sicht des VDI ist diese Entwicklung alarmierend und erfordert nun entschlossenes Handeln entlang der gesamten Bildungskette.
Potenziale stärken
Der VDI schließt sich der Empfehlung aus dem Frühjahrsreport an, dass es ein Bündel an strategischen Maßnahmen braucht, welches alle Potenziale stärkt – Frauen, ältere Beschäftigte, Zugewanderte und Nachwuchs. „Deutschland hat ein Fachkräfteproblem und dadurch eine Wertschöpfungslücke. 7 Milliarden Euro an Wertschöpfung sind bis 2035 möglich, wenn wir das Potenzial von mehr Ingenieurinnen nutzen. Strukturelle Hürden und Klischees müssen wir hierfür abbauen“, erläutert Maximilian Stindt, Arbeitsmarktexperte beim VDI.
Frauen sind in technischen Berufen weiterhin unterrepräsentiert. Um mehr Ingenieurinnen zu gewinnen und langfristig zu halten, sind strukturelle Veränderungen notwendig – etwa durch bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, flexible Arbeitsmodelle sowie gezielte Fördermaßnahmen für Führungspositionen. Auch der Zugang zu Weiterbildungs- und Re-Skilling-Angeboten muss erleichtert werden. Das bestätigt eine kürzlich veröffentlichte VDI/IW-Studie „Ingenieurinnen in Deutschland“.
Gleichzeitig gewinnt Qualifizierung insgesamt an Bedeutung. Der VDI betont, dass kontinuierliche Kompetenzentwicklung und Re-Skilling entscheidend für die Innovationsfähigkeit des Standorts Deutschland sind. Ohne eine breit angelegte Qualifizierungsoffensive drohen langfristige Wettbewerbsnachteile.
Auch internationale Fachkräfte leisten einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung. Mit dem Programm VDI-Xpand unterstützt der VDI zugewanderte Ingenieurinnen und Ingenieure bei der Integration in den deutschen Arbeitsmarkt. Das Mentoring-Angebot ist Teil des Förderprogramms „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ und zielt auf eine nachhaltige Verbesserung der Beschäftigungschancen.
Nachwuchs: Studierendenschwund und Kompetenzverfall
Zwischen 2016 und 2023 sanken die Studienanfängerzahlen in den Ingenieurwissenschaften und in der Informatik von 143.400 auf 128.400. Bei deutschen Studienanfängerinnen und Studienanfängern sogar von 106.600 auf 80.100. Perspektivisch werden diese Zahlen weiter sinken. Ursachen sind sinkende mathematische und naturwissenschaftliche Kompetenzen bei Schülerinnen und Schülern sowie die demografische Struktur der Bevölkerung. Es kommt zu einem noch stärkeren Mangel an jungen, kompetenten Menschen. Um dem entgegenzuwirken müssten Mathe und Naturwissenschaften realitätsnah und mit Anwendungsbezug unterrichtet werden, sagt VDI-Bildungsexpertin Alina Cohnen. „Gerade technische Fragestellungen können beides optimal verbinden“, so Cohnen.
Der MINT-Frühjahrsreport macht deutlich: Die Fachkräftelücke wird sich ohne gezielte Gegenmaßnahmen weiter vergrößern. Für den VDI ist klar, dass Politik, Wirtschaft und Bildungseinrichtungen jetzt gemeinsam handeln müssen, um die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu sichern.
Quelle und Kontaktadresse:
VDI Verein Deutscher Ingenieure e.V. - Hauptgeschäftsstelle, Sonja Bosso, Referent(in) Kommunikation, VDI-Platz 1, 40468 Düsseldorf, Telefon: 0211 6214-0
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