Mobiles Surfen wird komfortabler / Johann-Phillipp-Reis-Preis 2007 geht an Prof. Holger Boche und Dr. Martin Schubert vom German-Sino Lab MCI
(Frankfurt am Main) - Der Johann-Philipp-Reis-Preis für herausragende, innovative Leistungen auf dem Gebiet der Nachrichtentechnik geht in diesem Jahr an zwei Mobilfunkforscher aus Berlin. Prof. Dr.-Ing. Dr. rer. nat. Holger Boche und Dr.-Ing. Martin Schubert erhalten die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung für Ihre Arbeiten zur Optimierung der Übertragungskapazitäten in Mobilfunknetzen der dritten Generation. Die beiden Wissenschaftler des deutsch-chinesischen Forschungsinstituts für Mobilkommunikation German-Sino Lab MCI haben ein seit 40 Jahren ungelöstes Problem zur optimalen Ausnutzung der begrenzten Bandbreiten für gleichzeitig möglichst viele Mobilfunkkanäle gelöst. "Die beiden Forscher haben damit in besonderer Weise dazu beigetragen, dass Anbieter und Kunden die Mobilfunknetze künftig noch effektiver und damit preiswerter nutzen können", würdigte Professor Joachim Hagenauer von der Technischen Universität München in seiner Laudatio am Dienstagabend (20. November 2007) im Rahmen eines Festaktes in Friedrichsdorf. Die in der Telekommunikationsbranche renommierte Auszeichnung für Nachwuchswissenschaftler wird alle zwei Jahre vom VDE gemeinsam mit der Deutschen Telekom AG und den hessischen Städten Friedrichsdorf und Gelnhausen vergeben, in denen Reis lebte.
Mobiles Surfen im Internet wird komfortabler "Unsere Theorie zur Optimierung der Übertragungskanäle hat einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Ressourcen im Mobilfunk und beeinflusst unsere Volkswirtschaft schon heute", freut sich Holger Boche über die Auszeichnung. In ihrer Theorie haben Boche und Schubert ein System zur optimalen Verteilung der Ressourcen in den jeweiligen Übertragungskanälen in den Mobilfunknetzen der nächsten Generation beschrieben - also beispielsweise für das neue UMTS-Netz und alles was danach kommt. Diese neuen Übertragungstechniken heißen HSDPA und HSUPA und werden in Deutschland gerade eingeführt. Sie ermöglichen mit Übertragungsgeschwindigkeiten von 3,6 bis 7,2 Mbit/s eine Vielzahl von neuen Diensten wie zum Beispiel Mobile-TV. Mobiles Surfen im Internet wird damit deutlich komfortabler und der Download von umfangreichen Dateianhängen und der Zugriff aufs Firmennetz werden spürbar schneller. "Die Deutsche Telekom baut gerade in Friedrichshafen das erste großflächige Mobilfunknetz Deutschlands mit dieser Technik auf", ergänzt Martin Schubert.
"In der 20-jährigen Geschichte des Reis-Preises hat sich die Auswahl der Kandidaten durch die Jury durchweg als glücklich erwiesen. Die Preisträger des Johann-Phillip-Reis-Preises haben eine glänzende Karriere in Wissenschaft und Wirtschaft zu verzeichnen", so VDE-Präsident, Professor Dr. Josef A. Nossek von der TU München. Auch für Professor Dr.-Ing. Dietrich Wolff, Fachgutachter für die 4-köpfige Jury des Preises ist das Niveau der in diesem Jahr eingereichten Arbeiten ausgesprochen hoch. "Die Förderung des Nachwuchses und dessen Vorbereitung auf die Anforderungen in Wirtschaft und Wissenschaft müssen das vorrangige Ziel der Universitäten sein", forderte der renommierte Elektrotechnikexperte. Für VDE-Präsident Nossek muss die Hightech-Forschung und Eliteförderung in Deutschland weiter an Bedeutung gewinnen.
Über den Johann-Philipp-Reis-Preis:
Der Erfinder Johann Philipp Reis, geboren 1834 in Gelnhausen und 1874 in Friedrichsdorf verstorben, konstruierte als Physiker und Autodidakt das erste Gerät zur Tonübertragung "Telephon", das er am 26. Oktober 1861 erstmals in Frankfurt am Main vorführte. Reis hat damit noch vor Alexander Graham Bell das Telefon entwickelt, seine Erfindung aber nicht patentieren lassen. Gemeinsam mit den Städten Friedrichsdorf im Taunus und Gelnhausen sowie der Deutschen Telekom verleiht der VDE seit 1986 alle zwei Jahre den mit Euro 10.000 dotierten Johann-Philipp-Reis-Preis. Ausgezeichnet werden bedeutende nachrichtentechnische Neuerungen, die Auswirkungen auf die Volkswirtschaft initiiert haben oder erwarten lassen. Der Preis wendet sich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bis 40 Jahre, die eine herausragende, innovative Veröffentlichung auf dem Gebiet der Nachrichtentechnik publiziert haben. Die Informationstechnische Gesellschaft im VDE ist verantwortlich für die Ausschreibung sowie die sachliche Wertung und Reihung der eingereichten Arbeiten.
Über den VDE und seine Informationstechnische Gesellschaft Der VDE ist mit 34.000 Mitgliedern, davon 1.250 Unternehmen und 7.000 Studenten, einer der großen technisch-wissenschaftlichen Verbände Europas. Sein System ist weltweit einmalig: Der VDE vereint Wissenschaft, Normung und Produktprüfung unter einem Dach. VDE-Tätigkeitsfelder sind der Technikwissenstransfer, die Forschungs- und Nachwuchsförderung der Schlüsseltechnologien Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik und ihrer Anwendungen. Der VDE engagiert sich für ein besseres Innovationsklima, eine moderne Ingenieurausbildung und eine hohe Technikakzeptanz.
Die Informationstechnische Gesellschaft im VDE (ITG) ist die deutsche Vereinigung aller auf dem Gebiet der Informationstechnik Tätigen in Wirtschaft, Verwaltung, Lehre und Forschung sowie Wissenschaft. 1954 als Nachrichtentechnische Gesellschaft gegründet, ist sie die älteste Fachgesellschaft im VDE. Die ITG fördert Forschung und Anwendung der Schlüsseltechnologie Informationstechnik sowie deren effizienten Einsatz in den Bereichen Daten- und Kommunikationstechnik und -systeme, Umweltschutz, Medizin und Verkehr. Weitere Augenmerke hat die ITG auf die Internationalisierung der Facharbeit und die Förderung des Ingenieurnachwuchses.
Quelle und Kontaktadresse:
VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.
Dr. Walter Börmann, Leitung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Stresemannallee 15, 60596 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 63080, Telefax: (069) 6312925
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