Möllenberg: Mit Mindestlöhnen freien Fall der Löhne stoppen
(Erfurt) - Es ist ein Skandal, dass in Thüringen eine Bäckereifachverkäuferin, die 40 Stunden in der Woche arbeitet, mit weniger als 1.000 Euro brutto am Monatsende nach Hause geht. Wir müssen den freien Fall der Löhne stoppen und brauchen den gesetzlichen Mindestlohn. Das hat Franz-Josef Möllenberg, Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), am Samstag, 8. April, auf einer Veranstaltung seiner Organisation in Erfurt erklärt. In Deutschland arbeiteten mehr als zweieinhalb Millionen Menschen zu Löhnen, die sie nicht vor Armut schützten. Besonders betroffen seien Frauen und Erwerbstätige in den ostdeutschen Ländern.
Wer meine, je niedriger die Löhne seien, desto mehr Arbeitsplätze entstünden, der solle sich doch einmal in Thüringen und im Osten Deutschlands umsehen: Die Massenarbeitslosigkeit spreche eine andere Sprache. Seit Hartz IV seien Arbeitssuchende gezwungen, Arbeit um fast jeden Preis anzunehmen. Selbst Löhne von drei Euro seien jetzt zumutbar. Wir sagen, das ist menschenunwürdig in einem reichen Land wie Deutschland, in dem die Bezüge der Topmanager im vergangenen Jahr wieder kräftig gestiegen sind. Die Erfahrungen unserer europäischen Nachbarn zeigen, dass gesetzliche Mindestlöhne Nachrage schaffen können. Nirgendwo ist die hierzulande herbeigeschriebene Gefährdung von Arbeitsplätzen eingetreten. Ein gesetzlicher Mindestlohn in Deutschland würde sich in erster Linie positiv auf die schwache Binnennachfrage auswirken. Gerade im Niedriglohnbereich werden höhere Löhne zu einer direkten Ausweitung des privaten Konsums führen.
Möllenberg verwies darauf, dass die von der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und NGG Anfang März gestartete Initiative Mindestlohn Kein Lohn unter 7,50 Euro große Unterstützung erfahre. Mehr als 11.000 Menschen hätten sich mit ihrer Unterschrift auf der Homepage www.mindestlohn.de für einen gesetzlichen Mindestlohn ausgesprochen.
Quelle und Kontaktadresse:
Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG)
Dr. Karin Vladimirov, Pressesprecherin
Haubachstr. 76, 22765 Hamburg
Telefon: (040) 38013-0, Telefax: (040) 3892637
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