Motivation pur beim Jungwinzertag / Hunderte Nachwuchs-Fachleute in Stuttgart
(Berlin) - Der erste Mitteleuropäische Jungwinzertag war das richtige Zeichen zur richtigen Zeit, so Gunther Hiestand, Vorsitzender des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL), nach dem Jungwinzerkongress am Mittwoch (25. April 2007) in Stuttgart. Hunderte junge Fachleute aus dem In- und Ausland waren dazu auf die Intervitis Interfructa gekommen. Das zeigt, wie aktiv die jungen WinzerInnen sind und wie sehr sie der Austausch mit Gleichgesinnten interessiert, sagt der BDL-Vorsitzende.
Nach den vormittäglichen Intervitis-Führungen des BDL-Arbeitskreises Deutsche JungwinzerInnen für junge Weinfachleute aus Nah und Fern, stand der Nachmittag ganz im Zeichen des Jungwinzerkongresses, der sich mit der Zukunft des Weinbaus in Mitteleuropa beschäftigte. Die Diskussion streifte die verschiedensten Themen, wendete sich aber immer wieder dem globalisierten Wettbewerb und dem Klimawandel zu.
Der BDL hatte mit seinen geladenen ReferentInnen auf die richtige Fährte gesetzt, zu denen auch der Präsident des Deutschen Weinbauverbandes, Norbert Weber, gehörte. Dabei ging er auf die EU-Weinmarktreform ein. Deren Ziel müsse es sein, die regionale Vielfalt der europäischen Weinbaugebiete zu erhalten.
Für die Zukunft junger WinzerInnen sei eine gesunde Innovationskultur unabdingbar. Wissenstransfer und Innovationen müssten stärker auf den internationalen Wettbewerb ausgerichtet werden, sagte Friedlinde Gurr-Hirsch, Staatssekretärin im Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum Baden Württemberg und einst selbst Deutsche Weinkönigin.
Konkreter wurde Dr. Gunther Tiersch von der Wetterredaktion des ZDF. Der Meteorologe ging im Detail auf den klimatischen Wandel und seine Auswirkungen ein, zu denen beispielsweise längere Trockenperioden zählen werden. Er machte deutlich, dass nur der Winzer erfolgreich sein könne, der sich auf die veränderte Klimasituation einstelle. Es ist fünf vor zwölf, mahnte er die mehr als 300 jungen WinzerInnen auf dem Kongress.
Vergleichsweise unbekanntes Terrain stellte Ion Juca, ein junger Weinbauer aus Moldawien vor. Dabei belieferten die moldawischen WinzerInnen im 19. Jahrhundert nahezu alle europäischen Königshäuser mit ihren Produkten und waren jahrzehntelang Hauptlieferant der ehemaligen Sowjetunion. Bis heute gehen 85 Prozent der Weinproduktion in den Export, so Ion Juca. Allerdings bricht dem kleinen Land durch den russischen Lieferstopp der Hauptmarkt weg, so dass dringend neue Märkte erschlossen werden müssten, sagte er.
Der aufgeräumten Stimmung im Saal setzte Leo Hillinger, ein querdenkender Winzer aus dem Burgenland/Österreich, die Krone auf. Anhand seines Werdegangs zeigte er, wie wichtig es sei, sich auf die eigenen Kompetenzen zu konzentrieren. Ob traditionell oder modern produziert wird, sei dabei nicht wesentlich. Vielmehr müsse jeder für sich entscheiden, was er am besten kann. Nichts anderes habe er gemacht. Allerdings, so Hillinger, habe er dabei viel ins Marketing investiert.
Nach dem österreichischen Winzer ging Steffen Christmann, ein pfälzischer Winzer, noch auf die Herausforderungen der Zukunft ein. Es sei eine Tendenz erkennbar zu soliden, sauber gemachten Trinkweinen für den unkomplizierten Weingenuss auf der einen und zu aufwendig erzeugten Spitzenweine, die von dem massiv zunehmenden Wunsch nach Exklusivität und Spezialität profitieren, auf der anderen Seite, sagte der Experte. Um mit den Riesenstrukturen in der neuen Welt konkurrieren zu können brauchen wir Qualitätssicherung von Produktion über Ausbau bis zur Vermarktung, so Christmann. Die Stärke liegt in dem, was man am besten kann!
Dem schlossen sich auch die jungen WinzerInnen aus Deutschland, Ungarn, Bulgarien, Rumänien, Tschechien, Moldawien, Österreich, Schweiz und Frankreich bei der Podiumsdiskussion an, die von der Deutschen Weinkönigin Katja Schweder kompetent moderiert wurde. Unsere Veranstaltung hat genau den Nerv der jungen WinzerInnen getroffen, stellt Gunther Hiestand nach der Veranstaltung fest. Gern hätten sie weiter in diesem Kreis diskutiert. Aber von den Gesprächen danach und von den Kontakten bei der Jungwinzerparty am Abend, die bestens besucht war, werden alle noch lange profitieren.
In drei Jahren gibt es den nächsten Jungwinzertag, verspricht der BDL-Vorsitzende und fügt ironisch hinzu: Wenn der Klimawandel weiter so voran schreitet, können wir beim Mitteleuropäischen Jungwinzertag 2010 vielleicht schon junge dänische und schwedische WinzerInnen begrüßen.
Quelle und Kontaktadresse:
Bund der Deutschen Landjugend im Deutschen Bauernverband e.V. (BDL), Haus der Land- und Ernährungswirtschaft
Pressestelle
Claire-Waldoff-Str. 7, 10117 Berlin
Telefon: (030) 31904-253, Telefax: (030) 31904-206
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