NABU fordert Haftungsregelungen für internationalen Handel mit Genpflanzen / Tagung zu Agro-Gentechnik und biologische Vielfalt
(Berlin) - Der NABU hat die Bundesregierung aufgefordert, sich als Gastgeberin der MOP 4 (Members of the Parties ) in Bonn (12.-16. Mai 2008) für eine nachhaltige Sicherung der biologischen Vielfalt einzusetzen.
Eine Woche vor der 9. UN-Naturschutzkonferenz, die vom 19. bis 30. Mai in Bonn stattfindet, treffen sich in Bonn die 190 Mitgliedsstaaten des Protokolls über biologische Sicherheit (Cartagena-Protokoll). Es regelt den grenzüberschreitenden Verkehr mit gentechnisch veränderten Organismen. Die internationalen Verhandlungen zur biologischen Sicherheit und die Risiken des Handels mit genmanipuliertem Saatgut waren Thema der NABU-Tagung Agro-Gentechnik und biologische Vielfalt am gestrigen Donnerstag (24. April 2008) in Berlin.
Kein Mensch würde zulassen, dass ein Auto ohne Haftungs- und Versicherungsregelung im Straßenverkehr fährt. Doch gentechnisch veränderte Saaten werden um den ganzen Globus transportiert, importiert und exportiert, ohne dass vollends geklärt ist, welche Risiken sie für Mensch und Tier bergen und wer für einen möglichen Schaden dieser Produkte in der Umwelt haftet, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. In Bonn müssten jetzt die Weichen gestellt werden, um Hersteller sowie Importeure und Exporteure von gentechnisch veränderten Organismen für Schäden in die Pflicht zu nehmen, die durch den Einsatz ihrer Gensaat verursacht werden.
Europa und Deutschland importieren große Mengen von gentechnisch verändertem Soja und Mais als Futtermittel. Deutschland muss als Gastgeberland die Verhandlungen der MOP 4 in Bonn mit verbindlichen, internationalen Regelungen für Haftung und Entschädigung voranbringen.
Wir können uns hier nicht aus der Verantwortung ziehen und gerade die ärmeren Anbau- und Importländer auf dem Schaden sitzen lassen, betonte NABU-Kuratoriumsmitglied Christine von Weizsäcker.
Weitere Themen in Bonn werden gentechnisch veränderte Bäume und so genannte Terminatortechnologien sein, die den Samen steril machen.
Diese Verfahren, die eine Wiederaussaat verhindern und Monopolstellungen ermöglichen, müssten international geächtet werden. Gerade weil die UN-Konferenz den Erhalt der biologischen Vielfalt zum Ziel hat, muss alles getan werden, um eine lebendige und anpassungsfähige Natur zu erhalten. Die Einengung der Landwirtschaft auf wenige, gentechnisch veränderte Hochleistungssorten ist aus NABU-Sicht der falsche Weg.
Dies wird auch durch den aktuellen Weltagrarbericht (IAASTD) bestätigt.
Quelle und Kontaktadresse:
Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU)
Pressestelle
Charitéstr. 3, 10117 Berlin
Telefon: (030) 284 984 - 0, Telefax: (030) 284 984 - 20 00
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