NABU-Workshop zu Bienen und gentechnisch veränderten Pflanzen / Tschimpke: Bienenvölker durch Gentechnikgesetz unzureichend geschützt
(Berlin) - Der NABU hat den von der Bundesregierung vorgesehenen Schutz der Agrarprodukte vor gentechnischer Verunreinigung als unzureichend kritisiert Die Imker haben keine Rechtssicherheit und werden bei der Novelle nicht berücksichtigt, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke anlässlich des Workshops Bienen und gentechnisch veränderten Organismen heute (30. November 2007) in Berlin. Der Blütenstaub gentechnisch veränderter Pflanzen gelange unweigerlich in den Honig, da Honigbienen ihre Nahrung grundsätzlich in einem bis zu zehn 10 Kilometer weiten Umkreis sammeln.
Bekannte Wissenschaftler, Experten zur Bienengesundheit, Imkerverbänden und Juristen diskutierten nicht nur über ihre Anforderungen an die Novelle des Gentechnikgesetzes, sondern auch über die Auswirkungen von gentechnisch veränderten Organismen auf die Bienengesundheit. In diesem Jahr starben nahezu 80 Prozent aller Bienenvölker in den USA und auch in Europa waren Einbrüche zu beobachten. Die Bienenvölker sind in ihre Bestäubungsleistung für die Landwirtschaft bereits durch Pollenmangel, Parasiten und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln beeinträchtigt, so Tschimpke. Das in gentechnisch veränderten Pflanzen enthaltene Insektengift wirke sich zusätzlich negativ auf die Bienenpopulationen aus.
Vor allem Honigbienen haben eine wichtige Funktion als Bestäuber. Sie sind durch den Anbau von toxischem Bt-Mais akut bedroht. Der jetzt vom Bundeslandwirtschaftsministerium vorgelegte Gesetzesentwurf zur Novelle des Gentechnikrechts bietet keinen ausreichenden Schutz. Genmais MON 810 darf nach wie vor in Schutzgebieten angebaut werden. Bienen fliegen kilometerweit und machen auch vor Gen-Äckern nicht Halt. Die Vorschläge von Bundeslandwirtschaftsminister Seehofer zur Koexistenz von herkömmlich wirtschaftenden Bauern und Gen-Bauern greifen nicht. Deutschland läuft Gefahr, die Gesundheit seiner Bienenvölker bewusst aufs Spiel zu setzen. Das Gentechnikrechts muss hier rasch nachgebessert werden, so Tschimpke.
Quelle und Kontaktadresse:
Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU)
Pressestelle
Herbert-Rabius-Str. 26, 53225 Bonn
Telefon: (0228) 4036-0, Telefax: (0228) 4036-200
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