Pressemitteilung | BUND e.V. - Bundesverband - Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland
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Nano-Technologie muss stärker kontrolliert werden

(Berlin) - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat eine stärkere Kontrolle der Nano-Technologie gefordert. Gesetzeslücken und Informationsdefizite seien für diese Branche derzeit kennzeichnend. Um potentiellen Gefahren der neuen Technologie entgegen zu wirken, sei die strikte Anwendung des Vorsorgeprinzips erforderlich. Dazu gehöre die Einführung verpflichtender Sicherheitstests für Nano-Produkte. So lange die Ungefährlichkeit eines Nano-Produktes nicht eindeutig erwiesen sei, dürfe es nicht vermarktet werden. Dabei sei die gesamte Produktkette von der Herstellung über den Gebrauch bis zur Entsorgung einzubeziehen.

„Ohne die Verbraucher umfassend über die Risiken zu informieren, drängt die Industrie massiv mit Nano-Produkten auf den Markt. Erste Studien weisen darauf hin, dass Nano-Partikel bei Menschen, Tieren und in der Umwelt große Schäden anrichten können“, sagte BUND-Vorstandsmitglied Helmut Horn.

Als Nano-Partikel gelten Teilchen, die weniger als 100 Nanometer messen. Damit sind sie mehr als 500-fach kleiner als der Durchmesser eines Haares. Diese Kleinstteilchen sind in der Lage, körperliche Schutzmechanismen wie die Blut-Hirn-Schranke oder die Plazentaschranke zu überwinden. Durch ihre geringe Größe weisen sie zudem neue Stoffeigenschaften auf, die sich zwar industriell nutzen lassen, jedoch auch toxisch sein können. So haben einige Nano-Substanzen in Tierversuchen zu Hirn- und Lungenschäden geführt.

Wilfried Kühling, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats des BUND: „Für Nano-Partikel brauchen wir dringend gesetzliche Regelungen. Nano-Partikel müssen als eigene Stoffklasse definiert werden. Alle Informationen und Daten müssen zusammengeführt und die Umweltverbände bei der Bewertung von Risiken einbezogen werden. Die Verbraucher haben ein Recht auf umfassende Aufklärung über mögliche Gefahren. Und wo Nano drin ist, muss auch Nano draufstehen.“

1,3 Milliarden Euro öffentliche Fördergelder seien in Deutschland bereits zur Entwicklung von Nano-Technologien ausgegeben worden, für die begleitende Sicherheitsforschung stünden zwischen 2007 und 2009 lediglich 7,6 Millionen Euro zur Verfügung. Weltweit würden inzwischen über 500 Alltagsprodukte wie Kosmetika, Kleidung, Lebensmittel und Elektroartikel verkauft, die Nano-Partikel enthielten. Das Marktvolumen für Produkte aus dieser neuen Technologie werde auf rund 100 Milliarden Euro geschätzt.

Quelle und Kontaktadresse:
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) Gerhard Timm, Bundesgeschäftsführer Am Köllnischen Park 1, 10179 Berlin Telefon: (030) 275864-0, Telefax: (030) 275864-40

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