Pressemitteilung | Deutscher Tierschutzbund e.V.
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Natur- und Tierschützer werfen EU Versagen beim Kampf gegen Vogelgrippe vor

(Bonn) - Nach der Infizierung eines Papageis in Großbritannien mit der Vogelgrippe haben heute der Deutsche Naturschutzring (DNR) und der Deutsche Tierschutzbund der EU grobe Versäumnisse vorgeworfen. Beide Verbände fordern seit langem ein Importverbot von Wildvögeln in die EU, die mit über 1,7 Millionen Tieren pro Jahr Hauptabsatzgebiet beim Handel mit Wildvögeln ist.

„In der EU haben Handels- und Wirtschaftsinteressen regelmäßig Vorrang vor dem Natur- und Umweltschutz“, beklagte DNR-Generalsekretär Helmut Röscheisen. Erst im März dieses Jahres scheiterte ein Vorstoß Belgiens für ein Importverbot von Wildvögeln an der ablehnenden Haltung der EU. Dabei ist der internationale Handel mit Tieren eine der wesentlichen Ursachen für den weltweiten alarmierenden Rückgang wildlebender Arten. DNR und Tierschutzbund forderten den amtierenden Umwelt- und Agrarminister Jürgen Trittin auf, ein sofortiges Importverbot für Wildvögel in der EU durchzusetzen.

Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes Wolfgang Apel verwies auf die unzumutbaren Bedingungen beim Fang und Transport. Viele von den Tieren überleben die Strapazen nicht. Der nicht zu kontrollierende Handel mit Wildvögeln in die EU ist angesichts der sich rasch ausbreitenden Vogelgrippe völlig unverantwortlich. Kritisch äußerten sich die Naturschützer auch zur jüngsten Praxis in Niedersachsen. Dort wurde die Jagd auf geschonte Wasservögel ausgerechnet in jagdberuhigten Gebieten freigegeben, um die geschossenen Enten auf Vogelgrippe untersuchen zu können. Eine Überwachung der Vogelgesundheit wie in Großbritannien ist seit langem überfällig. Aber Kotproben an Rastplätzen und Untersuchungen gefangener Tiere hätten völlig ausgereicht, monierten die Natur und Tierschützer.

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Tierschutzbund e.V. Pressestelle Baumschulallee 15, 53115 Bonn Telefon: (0228) 604960, Telefax: (0228) 6049640

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