Pressemitteilung | (ibw) Informationszentrale der Bayerischen Wirtschaft

Neue Studie des Roman Herzog Instituts zur digitalen F√ľhrung / Rodenstock: "Digitale Mitarbeiterf√ľhrung kann pers√∂nliche Beziehungen nur erg√§nzen, nicht ersetzen."

(M√ľnchen) - Das F√ľhren auf Distanz ist eine der zentralen Herausforderungen in der digitalen Arbeitswelt. Virtuelle Kommunikation spielt deshalb in modernen F√ľhrungsbeziehungen eine immer wichtigere Rolle - auch und gerade w√§hrend der Corona-Pandemie. Doch die digitale Vernetzung allein bewirkt noch keine Bindung an den Betrieb: Vielmehr schafft r√§umliche Distanz auch soziale Distanz und mindert letztlich den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die heute vorgestellte Studie des Roman Herzog Instituts (RHI) mit dem Titel "Digitale F√ľhrung: Beziehungsgestaltung zwischen Sinnesarmut und Resonanz" zeigt, wie F√ľhrung unter digitalen Bedingungen gelingen kann.

"Arbeiten im Homeoffice geh√∂rt für viele Besch√§ftigte heute schon zum Alltag. Das wirkt sich auch auf die Mitarbeiterf√ľhrung aus. Denn die Beziehung zwischen Chefin oder Chef und Mitarbeitenden ist eine andere - je nachdem, ob sie sich im Betrieb oder am Bildschirm treffen", sagt Prof. Randolf Rodenstock, Vorstandsvorsitzender des Roman Herzog Instituts und erg√§nzt: "Die Verlagerung der Führungsbeziehung in den digitalen Raum sorgt auf beiden Seiten für Verunsicherung."

Mit seiner Analyse ermutigt Prof. Dr. J√ľrgen Weibler, Inhaber des Lehrstuhls f√ľr Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Personalf√ľhrung und Organisation an der FernUniversit√§t in Hagen, F√ľhrungskr√§fte , F√ľhrungsbeziehungen in virtuellen Umgebungen zeitgem√§√ü zu gestalten. F√ľr essenziell h√§lt er, dass sie ihre Mitarbeitenden durch eigene Bescheidenheit und Dialogbereitschaft motivieren und ihnen Resonanzerfahrungen erm√∂glichen. Dazu geh√∂ren das Erleben von Sinn und Selbstwirksamkeit sowie die Vermittlung von Sicherheit und Orientierung. Das entspricht auch den gewandelten Anspr√ľchen gut ausgebildeter und j√ľngerer Arbeitnehmer*innen: Ihnen gen√ľgt ein ausschlie√ülich hierarchisch legitimierter F√ľhrungsanspruch nicht mehr.

Digitale Medien erm√∂glichen eine ortsungebundene Kollaboration. Zugleich schr√§nken sie unsere elementaren Ausdrucks- und Wahrnehmungsm√∂glichkeiten ein. Prof. Dr. J√ľrgen Weibler r√§t F√ľhrungskr√§ften deshalb, virtuelle Beziehungen nicht auf die Spitze zu treiben, sondern m√∂glichst mit analogen L√∂sungen - pers√∂nlichen Begegnungen von Angesicht zu Angesicht - zu kombinieren.
"Die Studie zeigt, dass Führungsbeziehungen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft mit Leben erf√ľllt werden m√ľssen, damit sie gelingen und zum Wohle aller beitragen k√∂nnen", so Rodenstock. "Besonders in der aktuellen Debatte um einen gesetzlich verankerten Anspruch auf Homeoffice ist mir dies wichtig. Es geht nicht darum, das Führungsmodell 'Pr√§senz' romantisch zu verkl√§ren. Doch ebenso wenig d√ľrfen wir im Arbeitsleben einseitig auf die Wirkmacht des Digitalen setzen. Salopp gesagt: Von einer Kachel am Bildschirm geht kein Charisma aus!"

Quelle und Kontaktadresse:
(ibw) Informationszentrale der Bayerischen Wirtschaft Lena Gr√ľmann, Referentin Presse- und √Ėffentlichkeitsarbeit Max-Joseph-Str. 5, 80333 M√ľnchen Telefon: (089) 55178-370, Fax: (089) 55178-376

(ds)

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