Pressemitteilung | Verbraucherzentrale Sachsen e.V.
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Neues Schufa-Modell: Mehr Transparenz, weniger Kriterien

(Leipzig) - Ob Wohnungssuche, Handyvertrag oder Autokredit: Der Schufa-Score entscheidet oft darüber, ob und zu welchen Konditionen Verträge zustande kommen. Bisher glich die Berechnung einer mathematischen „Blackbox“. Mit der Umstellung auf ein vereinfachtes System aus zwölf transparenten Kategorien und einem Punktwert von 100 bis 999 soll die Bewertung nun nachvollziehbarer werden.

„Die jahrelange Kritik der Verbraucherzentralen an der mangelnden Transparenz zeigt Wirkung“, erklärt Paul Huber, Referent für Finanzdienstleistungen bei der Verbraucherzentrale Sachsen. „Dass Verbraucher*innen ihren Score künftig online simulieren können, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Dennoch bleibt Wachsamkeit geboten, besonders wenn es um die freiwillige Preisgabe zusätzlicher Daten geht, nur um einen vermeintlich besseren Score zu erzielen.“

Die wichtigsten Neuerungen im Überblick:
Statt bisher über 250 fließen künftig nur noch zwölf gewichtete Kriterien in die Bewertung ein. Das neue Punkte-System des Schufa-Scores reicht von 100 bis 999 Punkten. Somit entfallen der alte Basisscore und die sechs Branchenscores. Zu den Kriterien gehören unter anderem das Alter des ältesten Bankvertrags, die Anzahl von Kreditkartenanfragen im letzten Jahr sowie die Dauer von Immobilienkrediten. Informationen zum Beruf, Einkommen oder Familienstand dürfen weiterhin nicht verwertet werden.

Verbraucher*innen können ihren Score künftig über einen Online-Account einsehen und transparent nachvollziehen, welche Auswirkungen bestimmte Entscheidungen auf ihre Bewertung haben. Die Identifikation zu einer Warteliste erfolgt vorerst über die elektronische Ausweisfunktion des Personalausweises. Später will die Schufa auch eine Identifikation per Post anbieten.

Quick-Tipps:
• Regelmäßige Kontrolle: Verbraucher*innen haben einmal im Jahr Recht auf eine kostenlose Datenkopie nach DSGVO.
• Vorsicht vor Drittanbietern: Einige Anbieter bieten die kostenlose Datenkopie gegen Gebühr an. Die kostenlose Version gibt es nur bei der Schufa.
• Schnell reagieren: Werden falsche Einträge entdeckt, sollte umgehend Widerspruch bei der Schufa und dem meldenden Unternehmen eingelegt werden. Beweise wie Kündigungsbestätigungen oder Kontoauszüge sollten beigefügt werden.

Wer Unterstützung bei der Durchsetzung von Korrekturen oder Fragen zum Schufa-Score hat, kann sich an die Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Sachsen wenden.

Termine können über das zentrale Termintelefon unter 0341 6962929 oder die Online-Terminvergabe gebucht werden: https://www.verbraucherzentrale-sachsen.de/terminvereinbarung

Quelle und Kontaktadresse:
Verbraucherzentrale Sachsen e.V., Katharinenstr. 17, 04109 Leipzig, Telefon: 0341 696290

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