Nicht kleckern, sondern klotzen / BLLV-Präsident Dannhäuser fordert: Wer die Hauptschule will, muss kräftig investieren / BLLV begrüßt angekündigten Hauptschulkongress im Mai
(München) - Eine Hauptschuloffensive kann nur gelingen, wenn dafür die nötigen Finanzmittel bereitgestellt werden. Unterrichtsausfälle und Lehrermangel müssen aber grundsätzlich an allen bayerischen Schulen der Vergangenheit angehören. Unter dieser Voraussetzung begrüßen wir ausdrücklich den für Mai terminierten Hauptschulkongress, den das Kultusministerium angekündigt hat, erklärte der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Albin Dannhäuser.
Der Kongress ist aus der Sicht des BLLV die letzte Chance, die Hauptschule zu einer attraktiven Schule zu entwickeln. Dazu müssen jedoch bestimmte Bedingungen erfüllt werden. Die Hauptschule braucht nicht nur ein überzeugendes inhaltliches und pädagogisches Profil, sondern auch kräftige Investitionen, stellte er klar. Es darf nicht gekleckert, es muss geklotzt werden.
Dannhäuser rechnete vor, dass mehr als 300 Millionen Euro durch den Rückgang der Schülerzahlen, die Reduzierung der Wiederholer und Schulabbrecher, die Vermeidung von Warteschleifen am Übergang in die berufliche Bildung freigesetzt werden könnten. Diese Mittel müssen für die Hauptschuloffensive bereitgestellt werden, so Dannhäusers Forderung. Planstellen, die durch rückläufige Schülerzahlen an Hauptschulen rechnerisch fiktiv frei werden, dürfen nicht abgebaut oder umgeschichtet werden. Sie müssen vielmehr zur Profilgestaltung, dem Ausbau einer bedarfsgerechten Ganztagshauptschule und der individuellen Förderung erhalten bleiben.
Zustimmung signalisiert der BLLV insbesondere in die von Kultusminister Schneider angekündigte Perspektive kein Abschluss ohne Anschluss.
Begrüßenswert erscheint auch das pädagogisch-didaktische Konzept der Hauptschuloffensive. Für eine erweiterte Selbständigkeit der Schule, Schul- und Unterrichtsentwicklung, die verstärkte Kooperation mit Eltern, Ausbildungsbetrieben, anderen Schulen und der Gemeinde bedarf es jedoch eines ausgewiesenen Stundenbudgets - sowohl für das Kollegium als auch für die Schulleitung. Der BLLV-Präsident stellte klar: Die pädagogische Qualität der Schule hängt unmittelbar von den Lernbedingungen der Schüler und den Arbeitsbedingungen der Lehrer ab. Beide müssen nachhaltig verbessert werden.
Ausdrücklich begrüßte der BLLV-Präsident die Ankündigung des Kultusministers, die gesellschaftliche und finanzielle Anerkennung auch der Hauptschullehrer/innen zu verbessern - ein wichtiger Schritt, um die Gleichwertigkeit der Lehrämter in die Tat umzusetzen.
Wenngleich der BLLV als älteste und größte Lehrerorganisation in Bayern immer wieder Alternativen zur gegenwärtigen Schulstruktur anmahnt, sichert er aus seinem pragmatischen Politikverständnis seine Mitwirkung an einer Neugestaltung der Hauptschule zu. Die Schülerinnen und Schüler, die die Hauptschule besuchen, brauchen Perspektiven und eine faire Chance. Die Lehrerinnen und Lehrer an Hauptschulen brauchen für ihre gezielte Unterrichts- und Erziehungsarbeit pädagogische Hilfe und Zeit.
Quelle und Kontaktadresse:
Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband e.V. im VBE (BLLV)
Andrea Schwarz, Pressereferentin
Bavariaring 37, 80336 München
Telefon: (089) 72100129, Telefax: (089) 72100155
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