Ökonom warnt vor restriktiver Kreditvergabe / Horn: Krise auf den Finanzmärkten / Risiko für Aufschwung
(Düsseldorf) - Die Turbulenzen auf den internationalen Finanzmärkten können sich zu einer realen Gefahr für die Weltkonjunktur und für den Aufschwung in Deutschland entwickeln. Darauf weist Prof. Dr. Gustav A. Horn, Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung, hin. "Die Europäische Zentralbank und andere große Notenbanken haben klug und entschlossen gehandelt, als sie den Geschäftsbanken im großen Umfang zusätzliches Geld zur Verfügung gestellt haben. Es ist aber längst nicht garantiert, dass die Krise damit abgewendet ist", sagt Horn.
Der Ökonom befürchtet, dass viele Geschäftsbanken trotz der Liquiditätsspritze zu einer sehr restriktiven Kreditvergabe übergehen. Davon wären vor allem kleine und mittlere Unternehmen betroffen, die derzeit kräftig investieren. "Wenn die Banken bei der Kreditvergabe jetzt plötzlich von großer Freigiebigkeit zu großer Vorsicht umschalten, kann das den Investitionsprozess empfindlich stören. Und das schädigt die Konjunktur", warnt der Wissenschaftliche Direktor des IMK. "Es wäre insbesondere für die Arbeitslosen fatal, wenn der Aufschwung durch das Treiben von Finanzjongleuren verspielt würde."
Quelle und Kontaktadresse:
Hans-Böckler-Stiftung
Rainer Jung, Leiter, Pressestelle
Hans-Böckler-Str. 39, 40476 Düsseldorf
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