Ohne gute Lehrer gibt es keine guten Schulen / BLLV-Präsident Wenzel fordert anlässlich des Seminarleitertages in Nürnberg: „Lehrerbildung muss in allen Phasen anerkannt und ernst genommen werden“
(Nürnberg) - „Die Rolle der Seminarleiter/innen muss wieder stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt werden. Sie sind es, die sich um die Ausbildung von Referendaren kümmern und die angehenden Lehrerinnen und Lehrer auf ihren anspruchsvollen Beruf vorbereiten. Der sog.
`Vorbereitungsdienst´ in der zweiten Phase der Lehrerbildung wäre ohne das Engagement, den Einsatz und Idealismus der Seminarleiter/innen nicht denkbar.“ Diese Feststellung traf der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Klaus Wenzel, anlässlich des heute (13. Juni 2008) in Nürnberg stattfindenden Seminarleitertags. Wenzel forderte, die Lehrerbildung ernst zu nehmen: „Der Zusammenhang zwischen optimaler Ausbildung angehender Lehrkräfte und Qualität von Schule ist signifikant. Ohne bestens ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer kann es auch keine guten Schulen geben. Unter diesem Aspekt müssen auch die im Bolognaprozess enthaltenen Chancen genutzt werden.“
Der europäische Einigungsprozess hat zu Veränderungen der Bildungspolitik europäischer Länder geführt. Mit der Einführung von Bachelor und Master verändert sich die gesamte Hochschullandschaft - nicht ohne Folgen für die Lehrerbildung. Die neuen Strukturen ermöglichen sowohl die Einbindung aller Phasen der Lehrerbildung in die Hochschulen als auch die stärkere Praxisverzahnung mit der Hochschule.
Einige Bundesländer planen demnach eine echte Verzahnung von der Masterphase des Studiums mit dem Vorbereitungsdienst. Dies führt zu einem Umdenken bezüglich Inhalte und Struktur in der zweiten Phase der Lehrerbildung. „Darin liegt auch die Möglichkeit, den Vorbereitungsdienst zu optimieren und an neue Anforderungen anzupassen“, erklärte Wenzel. Er gab aber zu bedenken, dass die neue Prüfungsordnung in Bayern keinen Spielraum und keine Zeit dafür vorsieht. Bekanntlich hat sich der Freistaat Bayern für den Erhalt des Staatsexamen als Lehramtsabschluss entschieden.
In der ersten Phase der Lehrerbildung in Bayern ist keine Ausbildung der personalen Kompetenzen vorgesehen, obwohl nachgewiesen ist, dass sie für den Lehrerberuf von zentraler Bedeutung sind. Das Erlernen wissenschaftlicher Theorien in den Unterrichtsfächern und in der Pädagogik überlagert den Anwendungs- und Berufsfeldbezug. Wenzel: „Um in der Schule bestehen zu können, braucht es reflektiertes Handlungswissen und eine hohe personale Kompetenz.“ Da das Lehramtsstudium beides nur teilweise vermittelt, kommt den Seminarleitern/innen zentrale Bedeutung zu, diese Lücke zu füllen.“
Der BLLV-Präsident dankte den Seminarleitern/innen in Bayern ausdrücklich für ihr Engagement, ihren Einsatz und Idealismus. Dadurch versuchen sie diese Lücke so optimal auszufüllen, wie es in ihrer Kraft steht. Letztlich sind sie es, die die Studierenden zum Junglehrer ausbilden. „Nur durch ihr Engagement kann so eine hohe Qualität von Schule erreicht werden. „Je höher die Qualität der Lehrerbildung, umso höher die Qualität von Schule“, - auf diesen Zusammenhang wies Wenzel ausdrücklich hin.
Quelle und Kontaktadresse:
Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband e.V. im VBE (BLLV)
Andrea Schwarz, Pressereferentin
Bavariaring 37, 80336 MĂĽnchen
Telefon: (089) 72100129, Telefax: (089) 72100155
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