Pressemitteilung | Bund der Deutschen Landjugend e.V. (BDL)
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Pädagogische Arbeit vor ordnungspolitische Keule / BDL zum Sofortprogramm zur Verbesserung des Medienschutzes

(Berlin) - „Wir hätten von der Bundesministerin von der Leyen erwartet, dass sie fachliche Argumente vor blanken Aktionismus stellt und gegenüber Kritikern des bisherigen Jugendmedienschutzes entsprechend auftritt“, so Rosi Geyer, Vorsitzende des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL), zum gestern (13. Februar 2007) von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen und dem Familienminister Nordrhein-Westfalens, Armin Laschet, vorgestellten Sofortprogramm. Es soll dem wirksamen Schutz von Kindern und Jugendlichen vor extrem gewalthaltigen Computerspielen dienen und geht mit einer deutlichen Verschärfung des Jugendschutzes einher.

Besonders verwunderlich ist, dass die Ministerin zu einem Zeitpunkt ein Sofortprogramm ins Leben ruft, zu dem die von ihr in Auftrag gegebene Evaluation der gesamten Jugendschutzvorschriften noch nicht abgeschlossen ist, heißt es im BDL. Statt den Kritikern etwas Halbfertiges vorzulegen, hätte die Ministerin ihr fachliches Standing durch abgesicherte Erkenntnisse deutlich verbessern können. So bleibt leider nur der Eindruck, dass die Ministerin die ordnungspolitische Keule den fachlichen Ansprüchen vorzieht.

Das bundesdeutsche System zum Jugendmedienschutz gilt europaweit als vorbildlich. Von der Leyen schwächt dieses System, wenn sie beispielsweise die bisherigen Prüfverfahren durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdete Medien aussetzen will und dieses stattdessen durch ein Gesetzverfahren ersetzen will, ohne die Umsetzung in der Praxis darzustellen.

Aus jugendpolitischer und medienpädagogischer Perspektive ist dieses Sofortprogramm absolut zu kurz gegriffen. Der Bund der Deutschen Landjugend sieht einen seiner Schwerpunkte in der Vermittlung von Schlüsselqualifikationen, zu der auch die Medienkompetenz gehört. Dabei gehe es beispielsweise auch um Nutzungsmöglichkeiten und Risiken im Umgang mit dem Internet und weiteren Medien. Diese Einflussmöglichkeiten außer Acht zu lassen, sei das falsche Signal an Politik und Gesellschaft, so die BDL-Vorsitzende Rosi Geyer.

Gegen eine verbesserte Umsetzung des bisherigen Jugendmedienschutzes spricht generell nichts, so der größte Jugendverband im ländlichen Raum. Allerdings sei auch hier die starke Einbeziehung von ExpertInnen wünschenswert und würde die Erfolgschancen für eine konsequentere Umsetzung deutlich erhöhen.

Quelle und Kontaktadresse:
Bund der Deutschen Landjugend im Deutschen Bauernverband e.V., Haus der Land- und Ernährungswirtschaft Carina Gräschke, Pressereferentin, Presse Claire-Waldoff-Str. 7, 10117 Berlin Telefon: (030) 31904-253, Telefax: (030) 31904-206

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