Pressemitteilung | Deutsches Verkehrsforum e.V. (DVF)
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Parlamentarischer Abend Mobilität und Klimaschutz / Perspektiven bis 2020 / Klimaschutz durch Wirtschaftswachstum

(Berlin) - Beim Parlamentarischen Abend des Deutschen Verkehrsforums zum Thema „Mobilität und Klimaschutz“ warnte der Vorsitzende des Ausschusses für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung des Deutschen Bundestages, Dr. Klaus W. Lippold MdB, davor, die deutsche Wirtschaftkraft zu bremsen: „Wichtige Innovationen zum Klimaschutz gehen mit Wirtschaftswachstum und individuellem Wohlstand einher. Der Wirtschaft und den Verbrauchern müssen Anreize geboten und die notwendige Finanzkraft belassen werden, um in umweltfreundliche Produkte zu investieren.“ Der stellvertretende VDA-Geschäftsführer Dr. Thomas Becker pflichtete bei: „Wenn das Durchschnittsalter der deutschen Autos von derzeit über acht Jahren um ein Jahr verjüngt würde, könnten jährlich über eine Million Tonnen CO2 eingespart werden.“ Prof. Dr. Barbara Lenz bezifferte das Einsparpotenzial des Verkehrs auf 20 Millionen Tonnen CO2 bis 2020, allerdings unter optimalen Voraussetzungen. Prof. Lenz ist Leiterin des Instituts für Verkehrsforschung der Deutschen Luft- und Raumfahrt e.V.

Die Bundesregierung halte an dem Ziel fest, für den Verkehrssektor eine Einsparung des CO2-Ausstoßes bis zum Jahr 2020 um bis zu 40 Prozent zu realisieren, betonte Matthias Machnig, Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Um dies zu erreichen setzt Machnig vor allem auf ordnungspolitische Maßnahmen. Seiner Meinung nach könne eine CO2-Reduzierung nur durch technischen Fortschritt und Verkehrsvermeidung erfolgreich funktionieren.

BDI-Hauptgeschäftsführer Dr. Carsten Kreklau verwies auf die Studie „Kosten und Potenziale der Vermeidung von Treibhausgasen in Deutschland“, in der eine betriebswirtschaftliche Analyse die wichtigsten Hebel zur Vermeidung von Treibhausgasen untersucht. Eine bezahlbare Vermeidung von Verkehrsemissionen wäre demnach bis 2020 um 28 Millionen Tonnen möglich. Als „Problemlöser“ bezeichnete Dr. Kreklau die Industrie mit ihrem technologischen Potenzial; die Unternehmen sorgten mit ihrer Innovationsfähigkeit für einen effizienten Klimaschutz. Aber auch der Staat halte mit einer zukunftsorientierten Verkehrsinfrastrukturpolitik „den Schlüssel für mehr Klimaschutz in der Hand.“ Die Vertreter von Schienen-, Straßen-, Wasser- und Luftverkehrverkehr forderten einhellig die Schaffung einer ausreichenden und funktionierenden Infrastruktur in Deutschland und Europa als wesentlichen Beitrag zur Emissionsvermeidung.

Mit Realisierung des „Einheitlichen Luftraums“ in Europa, dem so genannten Single European Sky, könnten im Luftverkehr etwa 12 Prozent weniger CO2-Ausstoß jährlich erreicht werden, erläuterte Thomas Kropp, Leiter Konzernpolitik, Bevollmächtigter des Vorstands Deutsche Lufthansa AG.

Für einen globalen und übergreifenden Ansatz zur Emissionsreduzierung plädierte Dr. Hermann J. Klein, Mitglied des Vorstandes Germanischer Lloyd AG: „Wir brauchen einen gesunden Mix der Verkehrsträger, eine funktionsfähige Logistik und optimierte Schnittstellen.“ Für einen Emissionshandel im Schiffsverkehr seien international stimmige und vergleichbare Rahmenbedingungen notwendig.

Nachdem die DB AG ihren spezifischen CO2-Ausstoß seit 1990 bis 2002 um mehr als 25 Prozent gesenkt habe, setze sich das Unternehmen mit einer zusätzlichen Reduzierung des CO2-Ausstoßes bis 2020 um 20 Prozent ein ehrgeiziges Ziel, so Jürgen Illing, Leiter Politische Beziehungen Deutsche Bahn AG. Notwendig dafür seien jedoch auch die bessere Verknüpfung der Verkehrsträger und die klimapolitisch kontraproduktive Doppelbelastung der Schiene durch Energiesteuern und indirekte Kosten durch den Emissionshandel abzubauen, so Illling weiter.

Quelle und Kontaktadresse:
Deutsches Verkehrsforum e.V. Ingrid Kudirka, Leiterin, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Klingelhöferstr. 7, 10785 Berlin Telefon: (030) 2639540, Telefax: (030) 26395422

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