Pressemitteilung | IG Metall - Industriegewerkschaft Metall

Peters: Gewerkschaften müssen Globalisierung maßgeblich mitgestalten

(Bad Honnef) - Der Erste Vorsitzende der IG Metall, Jürgen Peters, hat eine nachhaltige und gerechte Gestaltung der Globalisierung unter maßgeblicher Mitgestaltung der Gewerkschaften gefordert. „Gewerkschaften müssen auf globaler Ebene handlungsfähiger werden, um die Interessen der abhängig Beschäftigten zu vertreten“, sagte Peters auf der Bundeskonferenz der Arbeitsgemeinschaft christlich-demokratischer Kolleginnen und Kollegen der IG Metall am Freitag (04.11.) in Bad Honnef. Er forderte weltweite Arbeitnehmervertretungen, um dem Ausspielen der Belegschaften verschiedener Konzernstandorte entgegenzutreten.

Beim europäischen Einigungsprozess habe die Politik bisher die Zukunftsängste der Menschen zuwenig berücksichtigt, kritisierte Peters und betonte: „Europa braucht ein neues, identitätsstiftendes Projekt.“ Ein Europa der Banken, Konzerne und Bürokraten, das vornehmlich auf Marktliberalisierung setze, werde die Menschen nicht mitnehmen können. Peters warb für die Erneuerung des Europäischen Sozialmodells mit den tragenden Säulen soziale Sicherheit, starke Gewerkschaften, Koalitionsfreiheit und Tarifautonomie. Einer Aufweichung der in Deutschland gültigen Tarif-, Sozial- und Arbeitsschutzbestimmungen, etwa durch die geplante EU-Dienstleistungsrichtlinie, erteilte er eine Absage.

Mit Blick auf die aktuelle innenpolitische Lage unterstrich Peters die Bedeutung der Idee der Einheitsgewerkschaft. Viele Mitglieder, etwa der IG Metall, seien in demokratischen Parteien aktiv und kämpften für eine sozial gerechte Politik - vor und nach einem Wahltermin. „Das stärkt uns und daran halten wir fest“, sagte er. Die künftigen Koalitionsparteien hätten sich zwar darauf geeinigt, keine Eingriffe in die Tarifautonomie vorzunehmen, doch dies sei kein Grund zur Entwarnung, sagte Peters: „Beide Parteien wollen betriebliche Bündnisse - auch ohne gesetzliche Öffnungsklausel - forcieren.“ Die Versuche, Betriebsräte über solche Bündnisse zu Abweichungen vom Flächentarifvertrag zu zwingen, seien weiterhin hochbrisant. „Wir müssen uns auf die gesellschaftliche Auseinandersetzung um die Verteidigung grundlegender Arbeitnehmerrechte wie Tarifautonomie, Mitbestimmung und Kündigungsschutz vorbereiten“, sagte Peters.

Quelle und Kontaktadresse:
Industriegewerkschaft Metall (IGM) Pressestelle Wilhelm-Leuschner-Str. 79, 60329 Frankfurt Telefon: (069) 6693-0, Telefax: (069) 6693-2843

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