Pflegereform: Präventionsrhetorik ersetzt keine Pflegeplätze
(Berlin) - Der Arbeitgeberverband Pflege (AGVP) kritisiert die Schwerpunktsetzung von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken in der Pflegereform. Prävention und Angehörigenunterstützung seien sinnvoll, lösten aber nicht das akute Versorgungsproblem. Entscheidend sei, ob die Reform Pflegeplätze schafft.
Dazu erklärt AGVP-Präsident Thomas Greiner: „Frau Warken spricht über Angehörigenunterstützung und Pflege-Prävention von morgen, Pflegebedürftige finden aber heute keinen Platz im Heim. Prävention ist sinnvoll und Angehörige verdienen Entlastung – Pflegeplätze werden damit nicht geschaffen. Wenn zum Beispiel Menschen in Rostock anderthalb Jahre auf einen Pflegeplatz warten,[1] wird die Schieflage offensichtlich: Wolkige Präventionsrhetorik in Berlin, düstere Pflegeaussichten im Land.
Schluss mit den Illusionen, Pflegebedürftige brauchen Pflegeangebote – und zwar mit dem vorhandenen Geld. Pflegeunternehmen brauchen keine politischen Luftbuchungen, sondern mehr Freiraum und weniger regulatorische Übergriffe, damit vorhandene Kapazitäten genutzt und neue Pflegeangebote geschaffen werden können.
Die Pflegereform darf kein wirklichkeitsfremder Wunschzettel werden. Pflegebedürftige müssen ins Zentrum der Reform. Versorgung zuerst – daran muss sich Frau Warken messen lassen.“
Quelle und Kontaktadresse:
Arbeitgeberverband Pflege e.V. (AGVP), Andrea Renatus, Geschäftsstellenleiter(in) Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Reinhardtstr. 3, 10117 Berlin, Telefon: 030 6780637-0
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