Pressemitteilung | Verband Bildung und Erziehung e.V. (VBE)
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PISA 2006: Deutschland erst am Anfang von Verbesserungen

(Berlin) - Als „richtig und wichtig“ würdigt der Bundesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) Ludwig Eckinger Deutschlands Teilnahme an PISA. Eckinger kritisiert Gedankenspiele, aus PISA nach 2009 aussteigen zu wollen.

„Der internationale Vergleich ist für Deutschland unverzichtbar“, betont Eckinger. „PISA 2000 war ein heilsamer Schock und hat die Notwendigkeit von Bildungsreformen jenseits politischer Grabenkämpfe verdeutlicht.“ Es bestehe vor allem Einigkeit darin, die Bildungsungerechtigkeit zu beseitigen, so Eckinger, selbst wenn über den Weg noch gestritten werde. „Der Ausbau der frühkindlichen Bildung, die verstärkte Sprach- und Leseförderung, der Ausbau von Ganztagsangeboten, die Tendenzen zur Zweigliedrigkeit und die Verbesserung der Unterrichtsqualität sind wichtige Reformbausteine, die erst nach PISA möglich wurden“, bekräftigt Eckinger.

Für den VBE-Bundesvorsitzenden sind die Ergebnisse von PISA 2006 wie schon von IGLU 2006 „ein Beleg, dass die eingeleiteten Reformen positive Veränderungen bewirken können“. „Die deutschen Lehrerinnen und Lehrer tragen diese Reformen mit großem Einsatz. Die PISA-Ergebnisse sind deshalb auch ein Lob von internationaler Seite für die Kolleginnen und Kollegen“, würdigt Ludwig Eckinger. „Das ist umso bedeutsamer, da gleichzeitig Lehrermangel herrscht, Förderangebote gestrichen wurden, die Lehrerarbeitszeit erhöht wurde.“ Der bekundete Reformwille der Länder führe bislang nicht zu besseren schulischen Bedingungen, kritisiert Eckinger.

„Ich erwarte von den Ländern, den Bildungsbereich noch wichtiger zu nehmen“, so Eckinger und weiter: „Auch PISA 2006 zeigt, dass wir eine überdurchschnittlich starke Abhängigkeit der Ergebnisse vom sozialen Status der Schüler haben. Die Integration von Migrantenkindern gelingt noch zu wenig. Bei den Kompetenzen in Mathematik und Lesen gibt es keine signifikanten Zugewinne. Deutschland steht erst am Anfang von Verbesserungen. Ich sehe keinen Grund zur Selbstzufriedenheit.“

Mit Blick auf die angestrebte Föderalismusreform II bekräftigt Eckinger die Forderung des VBE, Bildung als Investition festzuschreiben und im Grundgesetz zu verankern. „Solange der Bildungsbereich als Haushaltsbelastung gilt, ist der Reformprozess in seiner Nachhaltigkeit gefährdet“, erklärt Eckinger.

Als „zweite große Hausaufgabe, die zu erledigen ist“, sieht Eckinger die Reform der Lehrerbildung an. „Erst zwei von 16 Ländern haben sich zur Gleichwertigkeit aller Lehrämter bekannt“, so der VBE-Bundesvorsitzende. „Außer in NRW und Sachsen besteht die Gefahr, Lehrer für Grundschulen und Sekundar-I-Schulen mit Bachelor oder einem Master light abzuspeisen. Das ist kontraproduktiv.“

Drittens müsse das Bildungssystem noch konsequenter vom Kopf auf die Füße gestellt werden, fordert Eckinger. „Wenn wir Bildung unabhängig vom Geldbeutel der Eltern machen wollen, dann muss der gebührenfreie Zugang zum Kindergarten für alle Kinder möglich werden. Von der Grundschule muss der unsinnige Auslesedruck genommen werden. Der Übergang in die Sekundarstufe I darf nicht zur Festlegung auf einen Bildungsabschluss führen. Alle Bildungswege müssen für alle Schüler nach oben offen sein. Nur unter dieser Prämisse wird die soziale Herkunft nicht zum Schicksal der Schüler.“

Quelle und Kontaktadresse:
Verband Bildung und Erziehung e.V. (VBE) Pressestelle Behrenstr. 23-24, 10117 Berlin Telefon: (030) 7261966-0, Telefax: (030) 7261966-19

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