Pressemitteilung | Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) - Bundesvorstand
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PISA: Bildungserfolg muss unabhängig werden von sozialer Herkunft!

(Berlin) - Anlässlich der Vorstellung von „PISA 2006“ am Dienstag (4. Dezember 2007) in Berlin bezeichnete die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock das bessere Abschneiden der deutschen Schülerinnen und Schüler als „erfreulich“, kritisierte aber zugleich, dass der Bildungserfolg im deutschen Schulsystem immer noch stark von der sozialen Herkunft abhänge.

„Nach wie vor sind Arbeiterkinder und Kinder aus Migrantenfamilien benachteiligt“, betonte Ingrid Sehrbrock und forderte die Kultusministerkonferenz dazu auf, die frühe und individuelle Bildung aller Jungen und Mädchen in Kindertagesstätten und Ganztagsschulen zur Hauptaufgabe zu machen. „Der Bildungserfolg der Kinder muss unabhängig werden vom sozialen Status und dem Geldbeutel der Eltern.“

Mit Blick auf die erfolgreichsten PISA-Länder – und dazu gehöre Deutschland noch nicht – falle auf, dass gerade die Schulsysteme die besten seien, in denen leistungsstärkere und leistungsschwächere Schüler möglichst lange gemeinsam unterrichtet werden, unterstrich die stellvertretende DGB-Vorsitzende.

„Gemeinsames Lernen heißt für uns, dass Schülerinnen und Schüler weder in eine andere Schulform abgeschoben noch um eine Klassenstufe zurückgesetzt werden.“ Vielmehr sei der „produktive Umgang mit der Verschiedenheit der Kinder und Jugendlichen“ entscheidend.

Auch unter ökonomischen bzw. arbeitsmarktpolitischen Gesichtspunkten sei eine qualifizierte Bildung für alle unabdingbar, sagte Ingrid Sehrbock. Bis 2010 wird die Schülerzahl um eine Million sinken und bis 2020 um eine weitere Million. „Doch schon jetzt droht eine Facharbeiterlücke.“

„Wir brauchen also jede und jeden“, resümierte Ingrid Sehrbrock. „Dafür muss die Schule sorgen und später Ausbildung und Weiterbildung. Die soziale Auslese ist nicht nur beschämend, sie verschärft das Qualifikationsproblem.“

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), Bundesvorstand Axel Brower-Rabinowitsch, Leiter, Presse- / Öffentlichkeitsarbeit, Finanzen Henriette-Herz-Platz 2, 10178 Berlin Telefon: (030) 24060-0, Telefax: (030) 24060-324

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