Plagiate unter dem Weihnachtsbaum: Marken- und Produktpiraterie verursacht Millionenschaden
(Berlin) - Die Vorfreude ist groß,
Immer mehr Deutsche zog es 2006 auf die grenznahen Weihnachtsmärkte unserer Nachbarländer. Beim romantischen Bummel erwerben viele preiswert Geschenke und Lebensmittel. Doch Achtung: Diese Weihnachtsmärkte werden immer mehr zum Umschlagplatz für Plagiate. Angeboten wird alles - von Kleidung über Zigaretten bis hin zu Spielzeug. Doch das vermeintliche Marken-Schnäppchen kann in jeder Hinsicht teuer zu stehen kommen: Es gibt keine Garantie, und bei Schäden oder Unfällen laufen Rückgaberecht und Regressansprüche ins Leere. Dafür können giftige Stoffe in Kleidung oder Spielzeug zu erheblichen Gesundheitsschäden führen. In Zigaretten wurden sogar schon geschredderte CDs entdeckt! Und: Wer die gekaufte Ware selbst noch weiterveräußert, muss mit strafrechtlicher Verfolgung wegen gewerbsmäßigen Handels rechnen. Und darauf stehen Geldstrafen oder Freiheitsstrafen von bis zu 5 Jahren.
die spätere Enttäuschung auch
Der neueste Trick der Betrüger: Sie bieten gefälschte Artikel, die optisch für den Laien oft kaum unterscheidbar sind, preiswert, aber nicht mehr superbillig an. Der Käufer wird glauben gemacht, er kaufte Originalware zum Günstigpreis. Da ist der Schaden dann gleich doppelt groß, wenn sich der angebliche Moet-Markenchampagner an Silvester als Billig-Sekt entpuppt. Ähnliches gilt für Medikamente. Immer wieder gehen den Zollbeamten große Mengen Fälschungen der teuren Potenzpille Viagra ins Netz. Eine Ladung von 16.000 Stück wird gerade auf wahre Zusammensetzung und Wirkung untersucht. Wer für sein Geld am Ende eingefärbte Pfefferminzpastillen bekommt, hat dann noch Glück gehabt.
Riesige Verluste bei Unternehmen mit Auswirkungen auf Arbeitsplätze und Steuereinnahmen
Der Umsatz mit Plagiaten wird auf inzwischen 8 bis 10 Prozent des Welthandels geschätzt. Die Gewinnspannen sind höher als im Drogenhandel. In diesem Jahr hat der deutsche Zoll bisher gefälschte Produkte im Wert von über 380 Millionen Euro aus dem Verkehr gezogen und vernichtet. Weltweit werden auf Unternehmensseite die Verluste auf 200 bis 300 Milliarden Euro jährlich geschätzt. Die Plagiate führen beim Staat zu Steuerausfällen, bei Unternehmen zu erheblichen Umsatzverlusten, Imageschädigung und teilweise zum Arbeitsplatzabbau. Der Verbraucher erleidet nicht nur finanziell einen Verlust, sondern gefährdet oft auch seine Gesundheit.
Der DIHK rät:
Verbraucher sollten auf Nummer sicher gehen: Einkaufen beim seriösen Einzelhandel bietet noch immer die beste Gewähr! Dort gibt es die Originalware oft nach Weihnachten sogar zu erschwinglicheren Preisen, weil die Lager geräumt werden müssen.
Was auf Politikebene getan werden muss:
An erster Stelle steht natürlich die Aufklärung des Verbrauchers über die Machenschaften der Fälscher. Der G8-Gipfel sollte hierfür wie geplant eine Plattform bieten. Zudem muss die EU-Richtlinie zur Durchsetzung der gewerblichen Schutzrechte des geistigen Eigentums zügig in das deutsche Recht umgesetzt werden. Die Frist war bereits im April 2006 abgelaufen. Hiermit werden Unternehmen dann bessere Möglichkeiten bekommen, gegen dreiste Fälscher vorzugehen.
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK)
Ute Brüssel, Pressesprecherin
Breite Str. 29, 10178 Berlin
Telefon: (030) 203080, Telefax: (030) 203081000
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