Plakataktion wirbt für geregelte Arbeitszeiten an Kliniken
(Berlin) - "Schlaftrunken ans Skalpell ?" Mit einer provokativen Plakataktion* macht der Hartmannbund auf ein immer drängenderes Problem an deutschen Krankenhäusern aufmerksam. Besonders der sich dramatisch abzeichnende Ärztemangel bei gleichzeitiger Zunahme der Patientenkontakte und Behandlungsfälle führt an den Kliniken immer häufiger zu einer exzessiven "Auslegung" des Arbeitszeitgesetzes. 24-Stunden-Dienste oder 48-Stunden-Wochen sind nicht mehr wie vorgesehen die Ausnahme, sondern im Arbeitsalltag der Ärzte inzwischen die Regel. "Diese Überarbeitung verursacht nicht nur Unzufriedenheit mit der Arbeit. Sie führt häufig auch zum Wunsch nach dem Wechsel der Arbeitsstätte oder gar zur Suche nach Berufsfeldern außerhalb des kurativen Bereiches. Übermüdung gefährdet vor allem jeden Tag ganz konkret die Gesundheit von Ärzten und ihren Patienten", warnte heute (13. April 2010) in Berlin der Vorsitzende des Hartmannbundes, Prof. Dr. Kuno Winn.
So haben Studien ergeben: Überarbeitung und die daraus resultierende Übermüdung haben auf den menschlichen Körper dieselbe Wirkung wie Alkoholkonsum. Im Klartext: 17 Stunden ohne Schlaf entsprechen 0,5 Promille, 24 Stunden bereits 1,0 Promille. "Mit dieser "Alkoholmenge" im Blut trägt bei einem Verkehrsunfall grundsätzlich der Fahrer die Schuld - auch wenn er den Crash gar nicht verursacht hat. Doch auf dem OP-Tisch bleibt es definitiv nicht beim Blechschaden, hier geht es immer um Menschenleben", sagte Winn. Der Hartmannbund-Vorsitzende appellierte an Klinikbetreiber und Personalverantwortliche, alles Notwendige für die Einhaltung geregelter Arbeitszeiten von Ärzten an ihren Häusern zu tun - auch aus Verantwortung für die Patienten.
*Das Plakat zur Aktion sowie das dazu gehörige Flugblatt erhalten Mitglieder des Hartmannbundes auf Anfrage kostenlos, Nichtmitglieder tragen die Porto-Gebühr.
Quelle und Kontaktadresse:
Hartmannbund - Verband der Ärzte Deutschlands e.V., Hauptgeschäftsstelle
Pressestelle
Schützenstr. 6a, 10117 Berlin
Telefon: (030) 2062080, Telefax: (030) 20620829
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